Arbeitsmarkt – Quote trotz offener Stellen gestiegen
Niedersachsen Die Arbeitslosigkeit in der Region, in Niedersachsen und Deutschland ist im Vergleich zum Juni leicht angestiegen. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach macht darin ein erstes Zeichen aus, dass die Schuldenkrise auf dem Arbeitsmarkt ankommt.
Die Experten der regionalen Arbeitsagenturen sehen darin hingegen indes keine Trendwende, aber eine Verlangsamung der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.
„Es handelt sich um den üblichen saisonalen Anstieg“, sagt Stefan Freydank, von der Arbeitsagentur Braunschweig (mit Salzgitter und Wolfenbüttel). Sprich: Vor der Urlaubs- und Ferienzeit erfolgen weniger Einstellungen. Außerdem meldeten sich viele Jüngere, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, vorübergehend arbeitslos.
Daher ist auch ihr Anteil an den Arbeitslosen überproportional gestiegen – am höchsten im Gebiet der Arbeitsagentur Helmstedt (mit Gifhorn und Wolfsburg), wo eine Steigerung von 27,8 Prozent zum Vormonat verzeichnet wurde. „Wir sind aber zuversichtlich, dass sie in den nächsten Monaten schnell Arbeit bekommen“, sagt Wiebke Saalfrank von der Arbeitsagentur Helmstedt, „schließlich herrscht immer noch eine sehr gute konjunkturelle Lage.“ Im Vergleich zu Juli 2011 sind die Arbeitslosenzahlen gesunken.
Dafür gibt es derzeit noch viele offene Stellen. Die Agentur für Arbeit in Helmstedt bietet hier zwar etwas weniger Stellen als im Juni, dafür entspricht dies einem Zuwachs von 16,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Agentur in Braunschweig meldet einen Zuwachs von 4,8 Prozent im Vergleich zu Juni, dies entspricht sogar 7,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Die Bundesagentur für Arbeit räumte bei Vorlage der Zahlen zwar ein, dass man angesichts der täglichen Schlagzeilen zur Euro-Schuldenkrise durchaus den Eindruck gewinnen könne, dass darunter auch der Arbeitsmarkt leide. Die Zahlen ließen solche Bewertungen aber eigentlich nicht zu.
Dass trotz vieler neuer Jobangebote kaum noch Arbeitslosigkeit abgebaut wird, erklärt die Bundesagentur damit, dass neu entstehende Jobs für Pfleger, Techniker, Ingenieure und Ärzte seit etlichen Monaten immer häufiger mit ausländischen Fachkräften besetzt würden. Etwa 95.000 seien von Mai 2011 bis Mai 2012 aus mittel- und osteuropäischen Staaten gekommen, 28.000 weitere seit Ausbruch der Krise auch aus den südeuropäischen Staaten.
