So ist es zur Finanzkrise gekommen
BRAUNSCHWEIG. Der wichtigste deutsche Aktien-Leitindex Dax verlor gestern erneut 1,75 Prozent. An den russischen Börsen wurde der Handel wegen starker Verluste sogar ausgesetzt. Ein Ende der Finanzkrise ist nicht absehbar.
Die Ursprünge der Krise liegen sechs Jahre zurück, als die US-Notenbank den Leitzins auf einen Prozent gesenkt hatte. Folge: Banken überschwemmten den Markt in den USA mit billigen Krediten. Dabei bekamen auch Menschen einen Hypotheken-Kredit, die zum Beispiel arbeitslos waren und kaum Sicherheiten besaßen.
"Im Sommer 2006 war spürbar, dass die Konjunktur in den USA nicht mehr rund lief", sagt Professor Marc Gürtler von der TU Braunschweig. Es setzte eine Abwärtsspirale ein, die sich bis heute dreht. Immer mehr Menschen in den USA konnten ihre Kredite nicht mehr zahlen und mussten ihre Häuser verkaufen.
Damit verfielen die Immobilienpreise. Viele Banken hatten zudem die von ihnen vergebenen Kredite an andere Gesellschaften verkauft. Diese wiederum gaben Wertpapiere aus, deren Renditen durch die Ratenzahlungen der Kreditnehmer gedeckt werden sollten. Doch das Geld drohte nicht mehr zu fließen – die Nachfrage nach diesen Wertpapieren sank erheblich. "Dadurch entstanden den Banken große Verluste", sagt Gürtler.


