IHK-Preis für "Gesundes Frühstück"
Erster Sozialtransfer-Preis geht an Unternehmer Jochen Staake, der die Aktion für Grundschüler ins Leben rief
BRAUNSCHWEIG. Unternehmer tragen soziale Verantwortung und werden ihr gerecht – so lautet die Botschaft, die die Industrie- und Handelskammer Braunschweig mit dem Sozialtransfer-Preis transportieren möchte. Gestern wurde die Auszeichnung erstmals vergeben.
Preisträger ist der Braunschweiger Unternehmer Jochen Staake, der die Aktion "Gesundes Frühstück" ins Leben gerufen hatte und das Projekt zusammen mit der Baugenossenschaft Wiederaufbau, Edeka Minden-Hannover sowie der Nibelungen-Wohnbau trägt.
Die vier Unternehmen sorgen dafür, dass die Kinder von sieben Braunschweiger Grundschulen – insgesamt 1400 Schüler – ein ganzes Jahr lang zweimal in der Woche gesunde Mahlzeiten erhalten. Insgesamt sind das rund 112 000 Frühstücke.
Alexandra Staake, Geschäftsführerin der Staake Investment und Consulting GmbH, nahm den mit 10 000 Euro dotierten Preis aus Händen von Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan entgegen, die in ihrer Festansprache auf die Notwendigkeit des sozialen Engagement von Unternehmen hinwies.
"Wir wollen die Chancen sozial benachteiligter Kinder verbessern", sagte Preisträgerin Alexandra Staake. Zu viele Kinder kämen heute sogar hungrig zur Schule. Mit der Aktion verbessere man die Gesundheit und helfe frühzeitig, Ernährungsgewohnheiten positiv zu prägen.
Das Preisgeld ist zweckgebunden, wird von Sponsoren zur Verfügung gestellt und fließt an die Stadt Braunschweig, um damit ebenfalls Frühstück für Schulkinder zu finanzieren.
IHK-Präsident Wolf-Dieter Schmid begründete, weshalb die IHK die Auszeichnung vergibt: "Soziale Probleme gibt es in hohem Maße, und der Staat allein ist überfordert als Problemlöser allumfassend tätig zu werden. Wir brauchen privatwirtschaftliches Engagement an vielen Brennpunkten." Viele Unternehmerinnen und Unternehmer engagierten sich. Das solle anerkannt werden, der Preis solle auch Ansporn zum Nacheifern sein. Der Preis soll künftig jährlich ausgelobt werden. Beworben hatten sich 13 Firmen, sagte IHK-Vizepräsident Harald Tenzer, zugleich "Erfinder" des IHK-Sozialtransfer-Preises und Vorsitzender der Jury. Die Juroren hätten sich für das Frühstücks-Projekt entschieden, weil es vom Unternehmen initiiert und getragen wurde und wird, weil es eine hohe Breitenwirkung habe und auf nachhaltige Wirkung angelegt sei.
Deutschland könne es sich nicht leisten, dass 1,8 Millionen Kinder auf der Strecke bleiben, weil sie in armen Verhältnissen aufwachsen, sagte Tenzer. 2011 werde das Preisgeld übrigens verdoppelt, betonte Tenzer, weil ihn weitere Unternehmen sponsern wollten. Möglicherweise werde es dann einen ersten und zweiten Preis geben.
Und noch ein Effekt: Andere Industrie- und Handelskammern haben schon aufgehorcht. Gut möglich, dass einige den Preis bald kopieren werden. In der Braunschweiger IHK würde das niemanden überraschen. Schließlich war sie mit ihrem Technologie-Transferpreis ebenfalls Trendsetter – bereits vor einen Vierteljahrhundert.