Mittelständler würden gerne Flüchtlinge einstellen

Hannover  Niedersachsens Mittelstand gehen langfristig die Fachkräfte aus. Die vielen Flüchtlinge könnten helfen, das Problem zu lösen.

Die Schülerin Hadeiatou aus dem afrikanischen Guinea gehört zu den Flüchtlingen, denen es gelang hier eine Ausbildung zu beginnen.

Foto: dpa

Die Schülerin Hadeiatou aus dem afrikanischen Guinea gehört zu den Flüchtlingen, denen es gelang hier eine Ausbildung zu beginnen. Foto: dpa

Niedersachsens Mittelstand blickt einer Umfrage zufolge überwiegend optimistisch in die Zukunft. Gut jeder zweite Mittelständler (54 Prozent) ist demnach uneingeschränkt mit der Geschäftslage zufrieden. 31 Prozent halten sie noch für „eher gut“, wie aus einer bundesweiten Umfrage unter 3000 Firmen hervor geht. Das Mittelstandsbarometer wurde im Auftrag des Beratungskonzerns EY erhoben und ist den Angaben zufolge auch für die Bundesländer repräsentativ.

Mit 89 Prozent liegt der Anteil der zufriedenen Mittelständler deutschlandweit leicht höher als zwischen Harz und Küste. Niedersachsen rangiert im Länderranking im Mittelfeld. Spitzenreiter mit mehr als 90 Prozent Zufriedenheit sind Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein.

Ein Drittel der mittelständischen Betriebe in Niedersachsen rechnet für die kommenden sechs Monate mit einer Verbesserung der eigenen Geschäftslage (Deutschland: 36 Prozent). Ebenfalls etwa ein Drittel (32 Prozent) will bald mehr Mitarbeiter einstellen - das ist Bundesdurchschnitt. Stellenstreichungen stehen dagegen bei 12 Prozent auf der Agenda (deutschlandweit 11 Prozent).

Sorgen macht erneut der Fachkräftemangel: So berichten 72 Prozent der niedersächsischen Mittelständler von Problemen bei der Rekrutierung geeigneten Personals, 16 Prozent sogar von großen. Im Bundesschnitt ist der Anteil von Unternehmen mit Problemen bei der Fachkräftesuche mit 69 Prozent nicht ganz so hoch.

Auch in den Bilanzen hinterlässt das Spuren: 49 Prozent der niedersächsischen Unternehmen - genauso viele wie im Bundesdurchschnitt - klagen über Umsatzeinbußen durch den Fachkräftemangel, 13 Prozent sehen sogar erhebliche Einbußen.

Eine Verbesserung könnte die Zuwanderung von Flüchtlingen bringen. Immerhin glauben gut die Hälfte der Betriebe (57 Prozent) in Niedersachsen, dass Flüchtlinge den Fachkräftemangel mildern können. 87 Prozent der Mittelständler würden Flüchtlinge im eigenen Betrieb arbeiten lassen, das ist mehr als der bundesweite Schnitt (85 Prozent). Jedoch sehen die Befragten viele Hindernisse, etwa mangelnden Deutschkenntnisse oder die unklare Gesetzeslage während laufender Asylverfahren. dpa

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