VW präsentiert wohl technische Lösung für Dieselautos

Wolfsburg  VW-Chef Müller wird bei der US-Umweltbehörde Abbitte für den Abgas-Skandal leisten. Im Gepäck soll er eine technische Lösung betroffene Diesel haben.

VW-Chef Müller wird bei der US-Umweltbehörde Abbitte für den Abgas-Skandal leisten (Symbolbild) .

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

VW-Chef Müller wird bei der US-Umweltbehörde Abbitte für den Abgas-Skandal leisten (Symbolbild) . Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Pünktlich zum Start der US-Automesse in Detroit hat Volkswagen offenbar eine Lösung für den Großteil der von den Abgas-Manipulationen betroffenen Fahrzeuge in den USA gefunden. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtete, sollen VW-Ingenieure einen neuen Katalysator entwickelt haben, mit dem die Grenzwerte von 430 000 der

580 000 in den USA betroffenen Autos erreicht werden können. Es handelt sich um Fahrzeuge mit der ersten Generation des Dieselmotors EA 189. VW war auf mehrfache Anfrage gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Noch Ende vergangener Woche hieß es zu einer technischen Lösung von VW lediglich: „Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Thema und stehen in engem Austausch mit den Behörden.“ Zu einem langerwarteten Spitzentreffen mit VW-Chef Matthias Müller und der US-Umweltbehörde EPA wird es am Mittwoch kommen. Müller trifft die Chefin der Behörde, Gina McCarthy.

Stefan Bratzel, Leiter des Auto-Instituts in Bergisch Gladbach, vermutet, dass eine Katalysator-Lösung mit mehreren hundert Euro je Fahrzeug zu Buche schlagen könnte. Für die verbleibenden

150 000 Fahrzeuge in den USA sei weiter ein Rückkauf eine Option. „Ein Rückkauf kostet am meisten, VW wird daran aber nicht zugrunde gehen.“ Bei 5000 bis 10 000 Euro je Auto lägen die Kosten bei 750 Millionen bis 1,5 Milliarden Euro. VW werde jedoch versuchen, den Betroffenen im Tausch für ihr altes Fahrzeug neue Autos mit Rabatten anzubieten. Das wäre günstiger.

Für die US-Autoshow gelte nun die Flucht nach vorn. Bratzel: „Detroit wird unter dem Damoklesschwert der Abgasaffäre stehen.“ Um Vertrauen wiederzugewinnen, will VW nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“, des „NDR“ und „WDR“ eine in den USA hoch angesehene Persönlichkeit engagieren. Laut Bericht stehe hinter diesem Plan Christine Hohmann-Dennhardt, seit Anfang des Jahres Volkswagen-Vorstand für Integrität und Recht. Aus Konzernkreisen heißt es laut Bericht: „Wir brauchen einen Außenposten in den USA.“

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