VW knackt historische Marke

Wolfsburg  Der Konzern verkauft als erster Autobauer mehr als 10 Millionen Fahrzeuge in einem Jahr.

Zur Technik-Messe CES schickte Audi ein selbstfahrendes Auto. Der Autobauer braucht laut Auto-Analyst weitere Meilensteine.

Foto: Jim Fets/Audi AG/dpa

Zur Technik-Messe CES schickte Audi ein selbstfahrendes Auto. Der Autobauer braucht laut Auto-Analyst weitere Meilensteine. Foto: Jim Fets/Audi AG/dpa

Lange hatten Experten bereits vermutet, dass Volkswagen im Jahr 2014 die Marke von

10 Millionen verkauften Autos knacken würde. Jetzt steht es fest: Volkswagen setzte im vergangenen Jahr 10,4 Millionen Fahrzeuge ab – ohne die Zahlen des letzten Quartals der schweren Nutzfahrzeugtöchter MAN und Scania einzurechnen. Diese sind noch nicht veröffentlicht worden. Damit verkaufte der VW-Konzern als erster Autobauer mehr als zehn Millionen Fahrzeuge in einem Jahr. Der weltweit größte Autobauer Toyota hat seine Zahlen für 2014 noch nicht veröffentlicht.

2013 hatte der Konzern 9,73 Millionen Autos abgesetzt, und damit den Konkurrenten General Motors überholt. Damit rückte VW auf Platz zwei der größten Autobauer der Welt. Die Nummer 1 Toyota, die ihre Zahlen noch nicht veröffentlicht hat, dürfte 2014 wohl noch nicht vom Thron gestoßen werden, vermutet Frank Schwope, Auto-Analyst der Nord-LB. „Ende 2015 wird VW aber Nummer 1 sein.“

Auf dem Weg dahin sei noch einiges zu tun. „Der Konzern muss seine Marken aufeinander abstimmen“, sagte Schwope. Auch die Kosten müssten im Zaum gehalten werden. Feste Sparvorhaben wurden abgesteckt. Der Konzern verordnete seiner Kernmarke beispielsweise, ab 2017 jährlich

5 Milliarden Euro zu sparen.

Diese steuerte im vergangenen Jahr den Löwenanteil der Verkäufe bei. Mit 6,12 Millionen Fahrzeugen verkaufte sie 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Christian Klingler, der im Konzern den Vertrieb verantwortet, sagte: „VW PKW hat zum zehnten Mal in Folge ein Jahr mit einem Rekord abgeschlossen. Seit 2004 haben wir die Auslieferungen der Marke damit verdoppelt.“

Die Nobelmarke Audi legte im vergangenen Jahr sogar noch stärker zu. Der Absatz wuchs um 10,5 Prozent auf 1,74 Millionen Autos. Gefragt seien vor allem Geländelimousinen gewesen, bei den SUV stieg der Absatz um 15,8 Prozent, so die Ingolstädter. Zudem sei der A3 erstmals weltweit verfügbar gewesen. Dessen Auslieferungen stiegen um 53,2 Prozent.

„Audi ist stark“, sagte Schwope. Dabei hätten im vergangenen Jahr Innovationen in der Produktpalette gefehlt. „Der Werbespruch ‚Vorsprung durch Technik‘ hat man in der Umsetzung ein wenig vermisst.“ Audi müsse mehr die Vorreiterrolle übernehmen. In diesem Jahr sei dabei einiges zu erwarten.

Im Oberklassesegment ist Audi die Nummer 2. BMW steht mit 2,12 Millionen verkauften Neuwagen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce an der Spitze. Die Münchner steigerten dem Absatz damit um knapp 8 Prozent. Die Nummer 3, Daimler, hat 2014 dank einer ganzen Reihe neuer und aufgefrischter Modelle so viele Autos wie noch nie verkauft. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 1,65 Millionen Neuwagen ab. Das entsprach einem Zuwachs von 13 Prozent gegenüber 2013.

Die Marken im Überblick:

VW PKW: Die Kernmarke verkaufte 6,12 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. China erwies sich dabei wieder einmal als stärkster Markt mit einem Plus von 10 Prozent.

Audi: Die Verkäufe stiegen um

10,5 Prozent auf 1,74 Millionen Autos. Bereits im November hatte Audi die Vorjahresmarke übertroffen. Gewachsen sind die Ingolstädter in allen Weltregionen.

Porsche: Die Premium-Tochter lieferte 189 850 Neuwagen an Kunden aus. Das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem in China liefen die Geschäfte gut, aber auch in den USA und auf dem europäischen Markt legte Porsche zweistellig zu.

Skoda: Die tschechische Tochter verkaufte erstmals in einem Jahr über 1 Million Fahrzeuge. Sie setzte 1,04 Millionen Autos ab, ein Plus von 12,7 Prozent. Stark wuchs die Marke vor allem in Westeuropa mit 11,8 Prozent und China mit 24 Prozent.

Seat: Der spanische Autobauer lieferte 390 500 Autos aus, 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem das Modell Leon, das bei den Verkäufen ein Plus von 50 Prozent verzeichnete, hat laut Seat viel dazu beigetragen.

VW Nutzfahrzeuge: Bei den Hannoveranern stiegen die Auslieferungen um 2 Prozent auf 444 900. Vor allem in Westeuropa konnte VW Nutzfahrzeuge die Verkäufe stark steigern, um 6,2 Prozent auf 292 000.

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