Deutlich weniger Arbeitslose in der Region

Braunschweig  Die Zahl der Arbeitslosen in unserer Region sank stark, viele begannen eine Ausbildung.

Die Zahl der Arbeitslosen in unserer Region sank stark.

Foto: Peter Steffen dpa

Die Zahl der Arbeitslosen in unserer Region sank stark. Foto: Peter Steffen dpa

Der Herbst ist da. Das macht sich nicht nur am fallenden Laub bemerkbar, sondern auch an den sinkenden Arbeitslosenzahlen. 37 756 Menschen waren in unserer Region im September arbeitslos. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat fiel sie um 0,3 Prozentpunkte niedriger aus. Im Jahresvergleich ist sie gleichgeblieben.

Für den Arbeitsagentur-Bezirk Braunschweig-Goslar, zu dem auch Wolfenbüttel und Salzgitter gehören, zeigte sich Sprecher Stefan Freydank zufrieden: „Aufgrund der Ferien ist die Zahl der Arbeitslosen im August nicht so stark zurückgegangen. Im September allerdings war der Rückgang deutlich.“ Wie die Arbeitsagentur Hildesheim, zu der Peine gehört, und die Agentur Helmstedt, die auch Wolfsburg und Gifhorn betreut, geht die Arbeitsagentur Braunschweig-Goslar davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im Oktober weiter sinken wird. Freydank: „Für den November ist es schwierig, eine Prognose zu geben, da die Entwicklung vom Wetter abhängt.“

Deutschlandweit startete der Arbeitsmarkt schwächer als in unserer Region in den Herbst. Laut Bundesagentur für Arbeit sank die Zahl der Erwerbslosen lediglich um 94 000 auf 2,8 Millionen. Der Rückgang zum August fiel damit so niedrig aus wie seit zehn Jahren nicht. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Punkte auf 6,5 Prozent ab. In Niedersachsen sank die Arbeitslosenquote um 0,3 Punkte auf 6,3 Prozent.

Besonders profitiert haben im September die unter 25-Jährigen. „Die Jüngeren waren die Gewinner am Arbeitsmarkt“, sagte Freydank. Sie stiegen im September in die Berufsausbildung ein oder fanden als frisch ausgebildete Fachkräfte nach einer Sommerpause nun Beschäftigung. Im Bezirk Braunschweig-Goslar sank die Zahl der unter 25-Jährigen ohne Arbeit im Vergleich zum Vormonat um 17,7 Prozent oder 410 Personen. Im Bezirk Hildesheim sank die Zahl um 15,5 Prozent oder 303 Personen – das entspricht laut Arbeitsagentur mehr als der Hälfte des Gesamtrückgangs an Erwerbslosen. Im Bezirk Helmstedt betrug der Rückgang 11,1 Prozent (155 Personen).

Neben den jungen Arbeitnehmern rückten auch die Älteren zunehmend in den Fokus der Arbeitgeber, sagte Harald Eitge, Leiter der Arbeitsagentur Braunschweig-Goslar. „Bei vielen Unternehmen hat bereits ein Umdenken eingesetzt. Mitarbeiter mit einem großen Erfahrungshorizont gehören längst nicht zum alten Eisen.“ Ein 50-Jähriger könne noch 17 Jahre produktiv für das Unternehmen arbeiten.

Auch Michael Kleber, Chef des DGB in Südost-Niedersachsen, bestätigte, dass es einen zunehmenden Fokus darauf gebe, ältere Beschäftigte im Betrieb zu halten. Firmen seien vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch offener für die Bewerbungen Älterer. Kleber mahnte gleichzeitig an, dass die Arbeitsplätze altersgerecht und gesundheitsfördernd gestaltet sein müssten, um eine lange Arbeitszeit überhaupt zu ermöglichen.

Manfred Casper, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Braunschweig, blickt mit Sorge auf die Berufe der Gastronomie und der Pflege- und Gesundheitsbranche. „Wir haben in diesen Branchen zunehmend Engpässe.“ Eine Aufgabe werde es daher künftig unter anderem sein, auch Langzeitarbeitslose für den Arbeitsmarkt zu gewinnen. Casper: „Wir müssen Instrumente entwickeln, um ihr Potenzial zu heben.“

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