Spekulationen um Karstadt – Rene Benko kurz vor Kauf?

Braunschweig  Rene Benko steht offenbar vor der Übernahme der Warenhauskette.

Rene Benko.

Foto: Signa Holding GmbH/dpa

Rene Benko. Foto: Signa Holding GmbH/dpa

Schon länger machten entsprechende Spekulationen die Runde. Doch nun steht der Tiroler Immobilienunternehmer Rene Benko offenbar kurz vor der Übernahme der kriselnden Warenhauskette Karstadt. Gegenüber dem österreichischen Magazin „Format“ bestätigte Benko, „dass wir zu Hilfe gerufen wurden“, um Nicolas Berggruen als Gesellschafter abzulösen. Gleichzeitig betonte Benko: „Es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.“

Laut „Format“-Informationen befinde man sich bereits in den Endverhandlungen. Eine Entscheidung soll noch im August anstehen. „Format“ bezeichnete es als „ziemlich sicher“ dass die Signa-Gruppe von Benko Karstadt übernehmen werde. Wie die „Bild“und das „Manager Magazin“ berichteten, könnte Benko gut 70 Prozent von Karstadt für einen symbolischen Euro kaufen.

Bereits heute besetzt die Signa-Gruppe die Filetstücke des Warenhauskonzerns wie das Berliner KaDeWe und das Oberpollinger. Zudem gehören die Karstadt-Sport-Häuser zu Signa. Auch vor diesem Hintergrund sei eine Komplettübernahme absehbar, sagte der Handelsexperte Joachim Hurth von der Ostfalia-Hochschule unserer Zeitung. Für Hurth ist allerdings völlig offen, was Benko am Ende mit der Warenhauskette vorhat. Als eine Möglichkeit nannte er die Sanierung der Kette, um sie anschließend gewinnbringend zu verkaufen. „Ohne die Schließung von Standorten wird es aber nicht gehen“, ist sich Hurth sicher. Zudem seien für die Modernisierung mindestens

300 Millionen Euro erforderlich, sagte er unlängst unserer Zeitung. Andere Handelsfachleute gehen hier noch von deutlich höheren Summen aus.

Wie „Format“ unter Berufung auf Signa-Kreise berichtete, erwägt Benkos Konzern, das operative Kaufhausgeschäft selbst zu betreiben. Man würde die Immobiliengruppe damit um ein zweites Standbein, nämlich das Handelsgeschäft, erweitern. „Wir haben eine Reihe guter Manager mit Know-how im Handel geholt. Wir sind dabei, uns den Ruf aufzubauen, dass wir auch dieses Geschäft können“, sagte Benko.

Zuletzt hatte Berggruen noch selbst versucht, die Warenhauskette sanieren zu lassen. Nach wenigen Monaten hatte allerdings Karstadt-Managerin Eva-Lotte Sjöstedt entnervt das Handtuch geworfen – offensichtlich weil ihr für ihre Pläne der Reckhalt fehlte.

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