An Tankstellen ist nun auch Luft nicht mehr umsonst

Braunschweig  Shell führt in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen kostenpflichtige Automaten zum Reifen-Aufpumpen ein. Niedersachsen bleibt verschont.

An vielen Shell-Tankstellen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen werden künftig Reifendruck-Automaten stehen.

Foto: Air Service/Shell

An vielen Shell-Tankstellen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen werden künftig Reifendruck-Automaten stehen. Foto: Air Service/Shell

Sie kennen das: Nach dem Umstecken der Räder im Herbst und im Frühling und vor der großen Urlaubsreise ist die Fahrt zur Tankstelle stets verbunden mit dem Prüfen des Reifendrucks. Dazu gibt es an den Tankstellen kleine tragbare Geräte. Der Service ist kostenlos.

Diese Praxis wird sich an 100 Shell-Tankstellen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen allerdings grundlegend ändern. Dort müssen Autofahrer für die Luftentnahme künftig zahlen – einen Euro. Die reine Kontrolle des Reifendrucks soll jedoch kostenlos bleiben. Auch die tragbaren Geräte wird es nicht mehr geben, sie werden ersetzt durch fest installierte Automaten, die rund um die Uhr nutzbar sein sollen.

Eine flächendeckende Einführung der Automaten in Deutschland ist nach Shell-Angaben derzeit nicht geplant. Auch in Niedersachsen müsse vorerst nicht bezahlt werden.

Ein Shell-Sprecher begründete die Umstellung gegenüber unserer Zeitung damit, dass die tragbaren Geräte immer häufiger gestohlen oder zerstört worden seien. Und tatsächlich: In vielen Tankstellen auch in unserer Region gibt es diese Geräte nur noch direkt beim Verkäufer – eben mit dem Hinweis auf häufigen Diebstahl. Nach Angaben eines Braunschweiger Tankstellenbetreibers, der namentlich ungenannt bleiben möchte, kostet solch ein Gerät 800 Euro.

Shell nennt noch ein weiteres Argument für die Umstellung. So seien die neuen, digitalen Automaten viel Präziser als herkömmliche Geräte. Das diene der Sicherheit.

Der Braunschweiger Tankstellenbetreiber findet diese Lösung „nicht glücklich“. Nach seinen Angaben wäre es möglich, Reifendruckprüfgeräte fest und damit diebstahlsicher zu installieren – und den Service dennoch kostenlos anzubieten. Er ist aber auch überzeugt: Mittelfristig werden Autofahrer an allen Tankstellen für Luft bezahlen müssen – egal, zu welcher Kette die Tankstelle gehört. „Die Geräte müssen gewartet werden, außerdem wird der Strom zum Betreiben der Luftdruckkompressoren nicht billiger“, sagte er.

Der ADAC fordert Autofahrer unterdessen auf, Tankstellen der Konkurrenz anzufahren, wenn sie nicht für Luft bezahlen wollen. „Auf keinen Fall sollten sie auf die regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks verzichten“, sagte Sprecherin Sabine Schlemmer. Darunter leide der Sicherheit, zudem führe der falsche Reifendruck zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch.

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