Seit 2007 schuf VW in Deutschland 30.000 Stellen

Wolfsburg  In nur fünf Jahren ist die Belegschaft um 70 Prozent gewachsen. Allein im Wolfsburger VW-Werk sind 16.000 neue Arbeitsplätze entstanden.

Volkswagen-Mitarbeiter fertigen im VW-Stammwerk in Wolfsburg Golf VI-Fahrzeuge in der Produktionsstraße.

Foto: Jochen Lübke/dpa

Volkswagen-Mitarbeiter fertigen im VW-Stammwerk in Wolfsburg Golf VI-Fahrzeuge in der Produktionsstraße. Foto: Jochen Lübke/dpa

Der Auto-Riese aus Wolfsburg hat nicht nur beim Umsatz in den vergangenen Jahren kräftig zugelegt. Seit 2007 sind weltweit auch rund 225.000 Mitarbeiter hinzugekommen, wie der Konzern am Freitag bekanntgab. 100.000 Stellen seien neu geschaffen worden, allein 30.000 in Deutschland. Der Großteil davon im Wolfsburger Stammwerk, wo seit 2007 rund 16.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Das ist bei mittlerweile 60.000 in Wolfsburg Beschäftigten eine Steigerung von mehr als einem Drittel – der Zuwachs liegt in Wolfsburg damit höher als im Konzerndurchschnitt.

„Der Konzern hat sein gesundes Wachstum auch 2012 fortgesetzt. Unsere Autos begeistern unsere Kunden, dieser Erfolg zeigt sich auch in der Beschäftigung“, kommentierte VW-Personalvorstand Horst Neumann die Zahlen. „Heute beschäftigt das Unternehmen rund 70 Prozent mehr Menschen als vor fünf Jahren. Gleichzeitig sind auch Produktivität und Gewinn ordentlich gestiegen.“

Aber es wurden nicht nur neue Stellen geschaffen – auch durch Firmenübernahmen vergrößerte sich die Mitarbeiterfamilie: 125.000 Beschäftigte kamen durch die Übernahmen neuer Gesellschaften hinzu – wie Scania, MAN, Porsche Holding Salzburg sowie Porsche AG und Ducati. Insgesamt arbeiten auf der ganzen Welt zurzeit mehr als eine halbe Million Menschen für den Wolfsburger Konzern. Davon gut die Hälfte in Deutschland.

„Die Zahlen sind erst mal sehr positiv für Volkswagen und für den Standort Deutschland“, sagte Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen unserer Zeitung. Gerade in Deutschland habe VW vor allem in Forschung und Entwicklung in neues Personal investiert. Aber dies berge auch Risiken, so Dudenhöffer.

Denn: In Deutschland seien die Arbeitskosten für Ingenieure besonders hoch. Dies wiederum wirke sich auf die Rentabilität des Konzerns aus – also das Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital. „Hyundai-Kia etwa produziert seine Autos derzeit deutlich rentabler als Volkswagen“, so der Auto-Experte. Dies liege womöglich auch an den geringeren Arbeitskosten des südkoreanischen Konkurrenten. Auch andere Autobauer produzierten rentabler, etwa Toyota, Ford und Nissan.

Die geringere Rentabilität von VW führe langfristig dazu, so Dudenhöffer, dass der Konzern geringere Gewinne mache als die Konkurrenz. „Den Wolfsburgern fehlt irgendwann womöglich das Geld für Investitionen, um ihre Spitzenstellung behaupten zu können.“

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