Vor Europa-Bankenaufsicht kommt großer Stresstest

Wien/Frankfurt/Main  Vor dem Start der neuen europäischen Bankenaufsicht wird es noch einen großen europäischen Banken-Stresstest geben. Der österreichische Notenbankchef und EZB-Rat Ewald Nowotny nannte dafür als mögliches Datum das zweite Halbjahr 2013.

EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio.

Foto: Olivier Hoslet

EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio. Foto: Olivier Hoslet

Der Test werde einer Bestandsaufnahme dienen, wie krisenfest die Banken inzwischen sind, sagte Nowotny am Freitag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur APA bei der Vorlage des Finanzmarktstabilitätsberichts in Wien. Dieser Stresstest werde in Koordination von Europäischer Zentralbank (EZB) und der bisherigen Aufsicht EBA erfolgen.

Die gemeinsame Aktion durch EZB, für die Banken im Euroland, und der Europäische Bankenaufsicht EBA für die weiteren Banken der insgesamt 27 Staaten der EU hat ihren Grund: Man wolle isolierte Stresstests von EZB und EBA vermeiden, sagte Nowotny.

Die neue Europa-Bankenaufsicht bei der EZB wird ab 2013 in Schritten installiert, voll funktionsfähig soll sie im März 2014 sein. Die EZB direkt soll für Geldhäuser ab 30 Milliarden Euro Bilanzsumme zuständig sein, darauf einigten sich Europas Finanzminister diese Woche. Notfalls kann sie aber auf alle mehr als 6000 Banken in der Eurozone durchgreifen. Dabei dürften rund 150 Banken von der direkten EZB-Kontrolle erfasst sein, die allerdings 85 Prozent der Vermögensanlagen stellten.

Für die «chinesischen Mauern» zur geplanten Trennung von Geldpolitik und Aufsicht wird bei der EZB ein neuer «Supervisory Board» (Kontrollorgan) sorgen, dem die zentrale Bankenaufsicht obliegt. Aus bisheriger Sicht werden die Bankenaufseher in diesem Board sitzen, ergänzt durch nicht stimmberechtigte Vertreter der Notenbanken, hieß es aus Wien. (dpa)

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