Verbraucher trotz gedämpfter Zuversicht in Festtagsstimmung

Frankfurt  Pünktlich zur heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts ist die Stimmung der Verbraucher in Deutschland ausgesprochen gut. Zwar zeigten sich die Bürger im November nicht mehr ganz so ausgabefreudig wie noch im Vormonat, wie das Marktforschungsinstitut GfK am Montag in Frankfurt berichtete.

Trotz gedrückter Verbraucherstimmung soll das Weihnachtsgeschäft brummen.

Foto: Peter Steffen

Trotz gedrückter Verbraucherstimmung soll das Weihnachtsgeschäft brummen. Foto: Peter Steffen

Doch der monatlich ermittelte Konsumklimaindex liege für Dezember nur knapp unter seinem Fünf-Jahres-Hoch. Entsprechend werde das Weihnachtsgeschäft dem Einzelhandel in diesem Jahr deutlich mehr Geld in die Kassen spülen als 2011, sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Es wird um einiges besser werden.»

285 Euro plant jeder über 14-Jährige einer GfK-Studie zufolge im Schnitt für Geschenke ein. Das sind gut neun Prozent mehr als im Vorjahr - Ausgaben für die Weihnachtsgans oder die Festtagskleidung nicht mitgerechnet. «Damit kommen wir auf ein Geschenkevolumen von knapp 15 Milliarden Euro, mit dem der Handel zusätzlich zu den sonstigen Ausgaben rechnen kann», erläuterte GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth. Hinzu kämen weitere 3,4 Milliarden Euro, die als Bargeld-Präsent verschenkt würden (plus 6,3 Prozent).

Am häufigsten wollen die Deutschen auch in diesem Jahr wieder Bücher, Spielwaren und Bekleidung verschenken. Auffällig gestiegen ist die Summe, die für Uhren und Schmuck ausgegeben wird. «Da habe ich etwas Schönes und eine Freude dran, aber auch etwas Wertbeständiges», erklärte Adlwarth das Phänomen. Auch bei Möbeln und Küchen seien in den kommenden Wochen Zuwächse zu erwarten - hier schlage sich der Immobilienboom der vergangenen Monate nieder.

Ihre Prognose eines gutes Weihnachtsgeschäftes stützen die Konsumforscher auf verschiedene Faktoren: «Die wesentlichen Gründe sind ganz klar der stabile Arbeitsmarkt, die gute Einkommensentwicklung, eine niedrige Sparneigung (...) und niedrige Zinsen, die die Geldanlage nicht sehr attraktiv machen», erläuterte Bürkl. Hinzu komme eine «Flucht in Sachwerte» - wegen der Zinsen unter Inflationsniveau und der Furcht vor einem Stabilitätsverlust des Euro würden viele Menschen ihr Geld seit längerem lieber in werthaltige Anschaffungen investieren als zur Bank zu tragen.

Für das kommende Jahr prognostizierte Bürkl: «Wenn wir keine Katastrophen und Einbrüche auf dem Arbeitsmarkt erleben, sind die Chancen sehr gut, dass sich das Konsumklima auch im weiteren stabil entwickeln kann.» Da allgemein erwartet wird, dass der Arbeitsmarkt robust bleibt, rechnet die GfK für 2013 wie in diesem Jahr mit einem leichten Anstieg der privaten Konsumausgaben.

Dass die Verbraucherstimmung im November einen kleinen Dämpfer erhielt, liegt nach Einschätzung der GfK-Experten an der Verunsicherung durch die europäische Schuldenkrise und der spürbar sinkenden Konjunktur. Vor allem mit Blick auf die Entwicklung des eigenen Einkommens zeigten die Menschen zuletzt wesentlich weniger Zuversicht als noch im Vormonat. In der Folge ging auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen auf sehr hohem Niveau leicht zurück. Die Entwicklung der Konjunktur sahen die Befragten zum dritten Mal in Folge nicht mehr ganz so schwarz.

Im Dezember soll der Konsumklimaindex laut GfK 5,9 Punkte erreichen, nach revidiert 6,1 Punkten im November. «Damit ist der Aufwärtstrend des Konsumklimas vorerst zum Stillstand gekommen», kommentierte das in Nürnberg ansässige Unternehmen. Der private Konsum bleibe dennoch eine wichtige Stütze der Konjunktur, was angesichts des schwierigen Exportumfelds für das Wirtschaftswachstum in Deutschland wichtig sei. Im Oktober und November hatte der in einer repräsentativen Studie ermittelte Index den höchsten Wert seit fünf Jahren erreicht. (dpa)

GfK-Mitteilung zu Weihnachtsgeschäft

GfK-Mitteilung zu Konsumklima

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