Schulz bekräftigt Willen zu Änderungen bei Agenda 2010

Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz am Mittwoch bei einem Firmenbesuch in Brandenburg. Schulz ließ sich bei der Firma Schelchen in Königs Wusterhausen u.a zeigen, wie Schuheinlagen hergestellt werden. Schulz tourt derzeit durch Deutschland. Sicherlich auch deshalb, weil er bei den Menschen bekannter werden will. Zuletzt hatte er mit seinen Äußerungen zur Agenda 2010 Schlagzeilen gemacht. Unter anderem hatte er sich für eine Verlängerung des Arbeitslosengeldes I und weniger befristete Arbeitsverträge ausgesprochen. Neben viel Zustimmung hatte er dafür auch viel Kritik bekommen. Insbesondere aus der deutschen Wirtschaft, die in der Agenda 2010 einen wesentlichen Grund dafür sieht, dass Deutschland derzeit ökonomisch so stabil ist. Darauf angesprochen, gab sich Schulz am Mittwoch kämpferisch: "Wenn man feststellt, dass Gesetze anfangen, Ungerechtigkeiten zu produzieren, dann sollte man das korrigieren. Ich will das noch einmal sagen, ich lese natürlich auch die Kommentierungen. Aber das jemand sagt, weil wir einem 58-jährigen, als Beispiel, der nach 40 Berufsjahren nach Hartz IV fällt, nicht nach Hartz IV fallenlassen wollen. Das sei eine Einschränkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Dem würde ich empfehlen, noch einmal nachzudenken." Bei den Arbeiterinnen in Königs Wusterhausen konnte Schulz am Mittwoch nur einen flüchtigen Eindruck hinterlassen. "Von dem Moment, die zwei Sekunden. Erstmal O.K., sagen wir mal so." "Ich habe vorhin schon gesagt, ich kenn den Mann, ich weiß erst seit ein paar Tagen, wer er ist, was er für eine Funktion ausübt. Oder machen möchte. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich meine für mich, wenn ich ihn so auf der Straße...ein normaler, sympathischer Mann. Mehr kann ich dazu nicht sagen." Nach der Festlegung auf Martin Schulz als Kanzlerkandidat verharrt die SPD einer Umfrage zufolge bei über 30 Prozent. Wie eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Erhebung für RTL und "Stern" ergab, kommen die Sozialdemokraten auf 31 Prozent, während die Union drei Punkte mehr bekommt. Im Vergleich zur letzten Umfrage ergibt sich damit für beide keine Veränderung.
Mi, 22.02.2017, 15.42 Uhr

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