Minze – Würze für alle Lebenslagen
Braunschweig Die Minze zählt hierzulande zu den populärsten Kräutern. Sie wird in ungezählten Sorten gehandelt und ist für vielerlei Zwecke zu gebrauchen.
Die meisten Sorten sind einfach anzubauen und gelten auch bei uns als winterfest.
Und, besonders spannend, die Verwendung von Minze hat nicht nur bei uns eine lange Tradition. Der Name Mentha stammt vermutlich aus der griechischen Mythologie. Der Sage nach soll sich Hades, der Gott der Unterwelt, in die schöne Nymphe Minthe verliebt haben. Als seine Frau Persephone diese Liebe entdeckte, hat sie die Nymphe in eine Kriechpflanze verwandelt, um sie mit Füßen treten zu können.
Die Minze wird auch in der Bibel erwähnt. Dort wird berichtet, dass die Hebräer zur Reinigung ihrer Tempel den Boden mit Minze auslegten.
In Mitteleuropa sind Überlieferungen aus dem Mittelalter bekannt. Walahfrid Strabo, Gartenexperte und Abt auf der Reichenau, und Hildegard von Bingen priesen die Wirkung des Krautes. Sie empfahlen es bei Völlegefühl und zur Förderung der Verdauung.
Als besonders wirksam galt die Krause Minze. Walahfrid Strabo war es auch, der entdeckte, dass Minzen zur Bastardisierung neigen und dass die verschiedenen Arten nur sehr schwer auseinanderzuhalten sind.
Heute hat sich der Anbau der Pfefferminze durchgesetzt, die durch eine Kreuzung der Grünen Minze mit der Bachminze im 17. Jahrhundert in England entstanden ist. Im Lauf der Zeit wurde die Pfefferminze von Züchtern bearbeitet, und so entstand ein riesiges Sortiment verschiedener Kulturformen.
Minzen sind mehrjährige Pflanzen aus der Familie der Lippenblütengewächse. Aus dem stark ausläuferbildenden Wurzelstock treiben dichtbuschig verzweigte Triebe, die bis 80 Zentimeter hoch werden. Die aromatischen Blätter sind eiförmig bis elliptisch, meist gesägt, dunkelgrün und teils rötlich überlaufen. Die rosa bis violettfarbenen Blüten treten von Juli bis August auf.
Für das gesunde Wachstum benötigen Minzen nahrhafte, feuchte Böden an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Da Minzen nur selten Samen ansetzen, erfolgt die Vermehrung durch Stecklinge im Sommer oder Wurzelteilung im Herbst.
In der Kultur sind die Minzen anspruchslos, sie benötigen nur genügend Feuchtigkeit. Da die Pflanzen zum Wuchern neigen, müssen die Wurzeln gelegentlich reduziert oder es müssen Sperren eingebaut werden. Vielerorts ist auch die Topfkultur sinnvoll. Geerntet werden junge Blätter und Triebe bei Bedarf und oberirdische Pflanzenteile zum Trocknen kurz vor der Blüte.
Pfefferminztee ist ein beliebter Haustee und wird aus getrockneten Blättern zubereitet. Er wirkt krampflösend und beruhigend und im Sommer, eiskalt getrunken, erfrischend.
Auch Pfefferminzöl ist beliebt. Es gilt als entzündungshemmend, krampf- und schleimlösend und wird zur Schmerzlinderung bei Kopfschmerzen und bei Erkältungen angewendet.
Die Industrie nutzt Pfefferminzöl als Rohstoff für die Herstellung von Mundwasser, Zahncremes, Likör und Kaugummi. Und in der feinen Küche werden frische Blätter gern zum Würzen von Lamm, Wild oder Süßspeisen verwendet.
Service:
In Braunschweigs Kräutergärten finden regelmäßig Veranstaltungen für Gartenfreunde statt. Programm und Termine unter: www.burkhard-bohne.de
