Fenchel – ein Muss für jeden Kräutergarten
Braunschweig Fenchel – eine uralte Symbol- und Zauberpflanze. Die ältesten Nachweise wurden in Syrien gefunden und stammen aus dem 3. vorchristlichen Jahrtausend.
Auch in den Hochkulturen Ägyptens, Chinas und Arabiens war Fenchel eine sehr geschätzte Heil- und Gewürzpflanze.
Im antiken Europa hatte der Fenchelanbau eine große Bedeutung. Der griechische Arzt Dioskurides empfahl Fenchel zur Förderung der Muttermilchbildung und auch bei Menstruationsbeschwerden sowie bei Blasen- und Nierenleiden.
Fenchel stand für den Erfolg und wurde nicht zuletzt wegen seiner angeblich augenstärkenden Kraft als Symbol für geistige Klarsicht verstanden. Folgerichtig wurden in den Mysterienspielen häufig Fenchelkränze getragen.
Auch die Römer schätzten die Heilwirkung des Fenchels und verwendeten ihn als Gewürz zu fast allen Speisen. Bei uns wurde Fenchel erstmals im frühen Mittelalter in den Klostergärten angebaut und darf seitdem in keinem Kräutergarten fehlen.
Fenchel ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütengewächse und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Die Pflanze wächst rosettig, hat dicke, fleischige Pfahlwurzeln und sehr fein gefiederte grüne Blätter. Ab dem zweiten Jahr treiben aus der Blattrosette 80 bis 200 Zentimeter hohe, straff aufrecht wachsende Blütentriebe mit den gelben, in Doppeldolden stehenden Blüten.
Der Blütezeit ist von Juli bis September, und es folgt nach und nach die Fruchtreife. Die Fenchelkultur erfolgt bei uns meist zweijährig. An geeigneten Standorten und bei ausreichendem Winterschutz kann Fenchel auch über mehrere Jahre an dem Platz verweilen.
Zum gesunden Wachstum benötigt Fenchel durchlässige, nahrhafte und etwas kalkhaltige Böden in sonniger, möglichst warmer Lage. Die Aussaat erfolgt nach den letzten Frösten im Frühjahr am besten in etwas größeren Abständen in Reihen.
Die einzelnen Fenchelstauden benötigen viel Platz, daher muss Fenchel auch bald nach dem Auflaufen der Saat vereinzelt werden. Im ersten Jahr wachsen lediglich Blattrosetten, aus denen im Sommer des zweiten Jahres kräftige Blütenstände treiben.
Fenchel treibt immer wieder Blüten nach, so ist auch die Fruchtreife über mehrere Wochen verteilt. Die Ernte muss daher sehr sorgfältig erfolgen. Am besten ist es, die Pflanzenbestände mehrmals wöchentlich durchzugehen und jeweils die fast reifen Fruchtstände herauszuschneiden und nachzutrocknen.
Fenchelfrüchte haben schleimlösende, auswurffördernde, krampflösende, blähungstreibende und antibakterielle Wirkung. Sie sind daher Bestandteil von Husten-, Abführ- sowie Magen-Darm-Tees.
Extrakt und ätherisches Öl sind Bestandteile von Fertigpräparaten gegen leichte Magen-Darm-Störungen, gegen Entzündungen der oberen Luftwege und von Abführmitteln.
Die Volksheilkunde schätzt Fencheltee als milchbildendes Getränk für stillende Frauen, und Kindern wird Fenchelhonig bei leichten Verdauungsstörungen gegeben.
In der Küche werden frische Blätter zum Würzen von Salaten, Fisch und Soßen verwendet. Außerdem ist Fenchel ein beliebtes Gewürz von Backwaren und Likören.



