Eine gesunde Zwiebel
Braunschweig Die Knoblauchkultur ist unempfindlich, vertreibt Krankheiten und Schädlinge
Knoblauch ist eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Egal ob in der Heilkunde, in der Küche oder in der Welt der Zauberpflanzen, ist die Pflanze mit ihren charakteristischen Blütenständen und Knollen ein unverzichtbarer Klassiker.
Uns Menschen ist der Knoblauch seit wenigsten 5000 Jahren bekannt. Seine Verwendung als Kulturpflanze ist so alt und so weit verbreitet, dass heute nicht mehr nachzuvollziehen ist, von welchen Wildstandorten diese Pflanze stammt. Den Ägyptern galt Knoblauch als heilige Pflanze, man kannte seine gesundheitsfördernde Wirkung und hielt ihn für ein Aphrodisiakum.
Und auch die Römer schätzten das Zwiebelgewächs sehr. In ihren Gärten bauten sie Knoblauch als Gemüse an und man schrieb den Zwiebeln eine gewisse Zauberwirkung zu. Knoblauch war damals als Mittel zur Steigerung der Libido und Potenz bekannt und damit ein geschätzter Rohstoff für die Herstellung von Liebestränken.
Erst im Mittelalter rückte die gesundheitsfördernde Wirkung der Zwiebel in den Mittelpunkt. Die Pflanze wurde auf den Hofgütern Karls des Großen angebaut und war auch im Klosterplan von St. Gallen verzeichnet. Die Klosterheilkunde kannte Knoblauch als Mittel gegen die Pest und verwendete die Knollen zur Behandlung von Magen- und Darmleiden.
Knoblauch ist eine mehrjährige Pflanze aus der großen Familie der Zwiebelgewächse. Er hat graugrüne, schmale, hängende Blätter, wird bis zu 80 Zentimeter hoch und blüht im Sommer. Die Blütenstände bestehen aus Blüten und Brutzwiebeln und stehen auf interessant geformten Stängeln.
Knoblauch bevorzugt, wie fast jedes Zwiebelgewächs, nahrhafte und durchlässige Böden an einem sonnigen Standort. Für die schnelle Kultur werden im zeitigen Frühjahr einzelne Zehen 5 Zentimeter tief in die Erde gesteckt. Zur Vermehrung von Knoblauch können auch Brutzwiebeln verwendet werden. Sie werden nach der Blüte im Sommer gesteckt, die Kultur ist dann zweijährig.
Wächst Knoblauch im Einzelbeet, beträgt der Endabstand 15 x 20 Zentimeter, und der Standort muss in jedem Jahr gewechselt werden. Die Knoblauchkultur ist unempfindlich, vertreibt Krankheiten und Schädlinge und ist für die Anlage von Mischkulturen bestens geeignet.
Die Ernte beginnt im Juli, wenn die Pflanze anfängt zu welken. Dazu werden die Zwiebeln vorsichtig aus der Erde gegraben und wenigstens zwei bis drei Tage in der Sonne nachgetrocknet. Später müssen sie an einem kühlen, luftigen und trockenen Ort gelagert werden.
Knoblauch enthält ätherisches Öl und organische Schwefelverbindungen und gilt als gefäßerweiternd, blutverflüssigend und blähungstreibend. Er ist wirksam bei chronischen Darminfektionen und bei Erkrankungen der Atemwege.
Doch Vorsicht: Knoblauch kann Reizungen an Haut und Schleimhäuten verursachen. Knoblauchkapseln werden zur Vorbeugung von altersbedingten Gefäßveränderungen, zur unterstützenden Behandlung von Bluthochdruck und bei erhöhten Blutfettwerten verordnet.
Homöopathische Anwendungsgebiete sind Entzündungen der unteren Luftwege, Verdauungsstörungen und Rheuma. Frische Sprosszwiebeln sind in der Küche ein beliebtes Gewürz für Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichte.
