Zentrales Mittelfeld des VfL sorgt für viele Fragenzeichen
Wolfsburg Reicht die Qualität für Europa? Diese Frage stellen sich viele, nachdem der VfL mit 0:4 gegen Hannover verlor. Vor allem im zentralen Mittelfeld.
Bis kurz vor Ende der Transferperiode in Deutschland hatte Trainer und Manager Felix Magath um eine Verstärkung für die Doppelsechs des Fußball-Bundesligisten gekämpft. Das Hannover-Spiel hat gezeigt warum. Marcel Schäfer, Robin Knoche, Josué und Jan Polak durften sich in den beiden Liga-Partien bisher auf dieser Position versuchen. 100-prozentig überzeugen konnte keiner von ihnen. Selbst beim 1:0-Auftakterfolg in Stuttgart gehörte das zentrale Mittelfeld nicht zu den starken Mannschaftsteilen des VfL. Zumindest nach außen hin ist Magath mit der Zusammenstellung seiner Mannschaft aber weiter zufrieden. „Wir sind mit unserem Kader gut aufgestellt. Da habe ich überhaupt keine Zweifel“, sagt der Coach.
Doch seine Wunschformation für die Doppelsechs hat er noch nicht gefunden. Es ist bezeichnend, dass mit Schäfer ein gelernter Linksverteidiger in den ersten beiden Begegnungen die einzige Konstante auf der Doppelsechs war. Doch auch dem VfL-Dauerbrenner merkt man an, dass er sich auf der Außenbahn sehr viel wohler fühlt als im Zentrum. Magath ist aber überzeugt, dass Schäfer sich langfristig in seiner neuen Rolle zurechtfindet. „In Stuttgart hat er auf derselben Position gespielt und gezeigt, dass es geht. Wenn ein Spieler einmal gut auf einer Position spielen kann, kann er das auch öfter“, meint Magath.
Er wird also wahrscheinlich auch beim nächsten Spiel in Augsburg am 14. September auf Schäfer im zentralen Mittelfeld setzen. Viele überragende Alternativen hat er jedenfalls nicht. Knoche ist nach seiner gelb-roten Karte gegen Hannover für eine Partie gesperrt, Josué agierte im Derby mehr als unglücklich und Jan Polak stand gegen 96 nicht einmal im Kader. Bleibt noch Christian Träsch. Der Ex-Kapitän schaute bisher nur zu, könnte jedoch vor einem Neustart im zentralen Mittelfeld bei den „Wölfen“ stehen, nachdem er in der vergangenen Saison in dieser Rolle gescheitert war.
Es gibt aber noch eine zweite Möglichkeit. Magath könnte von seinem in der Vorbereitung einstudierten 4-3-3-System abrücken und zu einer Formation mit einer Mittelfeld-Raute zurückkehren. Das würde so aussehen: Diego als Spielmacher, Schäfer links und Träsch rechts auf den Halbpositionen. Als Abräumer könnten in diesem System Polak oder Josué fungieren. Für den VfL wäre das zwar bereits nach zwei Partien ein taktischer Neustart, nach dem Derby-Debakel ist dieser aber vielleicht nötig.
