Welche Rolle spielt Lemke im Allofs-Poker?
Wolfsburg Die Hängepartie um Klaus Allofs geht weiter. Bis Dienstagabend war der Wechsel des Bremers auf den Manager-Posten des VfL Wolfsburg nicht perfekt.
Allofs verhandelte mit dem Werder-Aufsichtsrat über einen Ausstieg aus seinem Vertrag. Mit dem VfL Wolfsburg ist sich der zu den erfahrensten Managern der Fußball-Bundesliga zählende Allofs dagegen einig. Die Wolfsburger bieten ihm einen Vertrag bis mindestens Sommer 2016 mit einem Gehalt von schätzungsweise drei Millionen Euro im Jahr an. Nach 13 Jahren bei Werder Bremen will der 55-Jährige die neue Herausforderung in Wolfsburg annehmen und die Nachfolge von Felix Magath antreten.
Die Frage ist nur noch, ob und wie Allofs aus seinem Vertrag mit Werder herauskommt. Dabei spielt Bremens Aufsichtsrats-Chef Willi Lemke eine entscheidende Rolle. Der 66-Jährige ist Allofs Vorgänger auf dem Manager-Posten bei Werder. Zu seinem Nachfolger wird ihm ein belastetes Verhältnis nachgesagt. Es gibt sogar Gerüchte, dass der Aufsichtsratsboss derjenige gewesen war, der das Interesse des VfL an Allofs öffentlich gemacht hat. Nach außen hin gibt Lemke allerdings den Unwissenden. Journalisten sagte er gestern Vormittag, dass ihm von einem Interesse oder Angebot des VfL für Allofs nichts bekannt sei. „Ich warte auch nicht und erwarte nichts“, sagte Lemke der Deutschen Presseagentur (dpa). Auch beim VfL sowie bei VW hält man sich mit Aussagen zur Personalie Allofs zurück. „Es gibt nichts Neues“, sagte VW-Manager und VfL-Aufsichtsratmitglied Stephan Grühsem unserer Zeitung.
Klar ist, dass die Wolfsburger nicht vorhaben, Werder eine Ablöse für ihren Manager zu zahlen. Sie setzen darauf, dass die Bremer sich mit Allofs einigen oder ihn so aus seinem bis 2015 laufenden Vertrag entlassen. Doch das haben Lemke und Co. anscheinend nicht vor. Sie pochen darauf, dass der VfL eine Ablöse für ihren Geschäftsführer zahlt. Vor allem Lemke will inzwischen nicht mehr sein Gesicht verlieren, dass er den in Bremen erfolgreichen Allofs einfach ziehen lässt.
Trotz der unterschiedlichen Vorstellungen geht kaum jemand davon aus, dass der Wechsel noch scheitert. So fehlte Allofs am Dienstagabend bereits bei einem Testspiel von Werder gegen den SV Rödinghausen. Möglicherweise können sich Wolfsburg und Bremen auch auf andere Weise einigen. So ist VW auch Sponsor von Werder. Für eine Freigabe bei Allofs würde sich der Autokonzern vielleicht irgendwann mit einem besser dotierten Vertrag revanchieren.
