„Wechsel nach Wolfsburg war ein Kulturschock“
WolfsburgFagner stand in allen 16 Bundesliga-Spielen in der Startelf des VfL Wolfsburg. Dabei ist ihm der Wechsel nach Deutschland gar nicht so leicht gefallen, gibt der 23-jährige Fußball-Profi zu. Wer sein größter Kritiker ist, wie gut er Deutsch spricht und wie viele Hunde zur Familie gehören, verrät der brasilianische Rechtsverteidiger im Gespräch mit unserer Zeitung.
Fagner über…
… das Winterwetter:„Es ist etwas ungewohnt, mit so viel Kleidung zu trainieren. Zu Beginn ist es wegen der Kälte etwas schwer, aber wenn ich aufgewärmt bin, ist es kein Problem mehr. Schnee kannte ich schon aus meiner Zeit in Holland. Aber da lag nicht so viel Schnee und es war nicht so kalt wie in Wolfsburg.“
… seine ersten Monate in der Bundesliga:„Dank der anderen Brasilianer habe ich mich relativ schnell eingewöhnt. Sie helfen mir und übersetzen für mich, wenn ich mal etwas nicht verstanden habe. Vor allem Josué und Naldo waren eine große Hilfe.“
… die deutsche Sprache:„Am Anfang war es etwas schwierig. Aber mittlerweile geht es mit dem Lernen ganz gut. Ich möchte noch besser Deutsch sprechen und verstehen, um hier noch besser zu leben.“
… die Eingewöhnungszeit für seine Familie:„Der Wechsel nach Wolfsburg war zunächst ein großer Kultur-Schock für meine Frau und meinen Sohn. Aber mittlerweile will auch meine Frau Barbara Anfang des Jahres damit beginnen, Deutsch zu lernen. Und mein Sohn Henrique (2 Jahre und 8 Monate alt, Anm. d. Red.) soll bald in den Kindergarten gehen. Er will immer mit mir Fußball spielen, wenn ich zu Hause bin. Er kann schon ganz gut spielen und ich zeige ihm immer ein paar Sachen. Dass meine Frau und mein Kind hier sind, gibt mir Kraft. Mitte November sind auch unsere fünf Hunde in Deutschland angekommen. Jetzt ist die Familie komplett.“
… den Unterschied zwischen deutschem und brasilianischem Fußball:„Der Unterschied ist sehr groß. Deshalb bin ich immer noch dabei, zu lernen und muss mich voll konzentrieren, um gut zu spielen. Die Taktik ist in Deutschland viel wichtiger, man bewegt sich hier mehr und es gibt mehr Zweikämpfe. Hier muss man fast zeitgleich angreifen und verteidigen können, es wird deutlich mehr verlangt.“
… seinen Umgang mit Kritik:„Ich bin sehr selbstkritisch und möchte mich immer verbessern. Ich bin nie 100-prozentig zufrieden. Die öffentliche Kritik ist dabei nicht so wichtig für mich. Kritik vom Trainer nehme ich aber gerne und dankbar an und kann damit umgehen. Wichtig ist dabei auch meine Frau. Sie versteht viel von Fußball, will immer mein Bestes und kritisiert mich, wenn es nötig ist.“
… die Entlassung von Felix Magath:„Keiner hatte es erwartet. Aber Fußball ist nun mal dynamisch, da kann das Ende für einen Trainer immer kommen. Da wir mitten in der Saison waren, hatte man auch keine Zeit, Mitleid zu haben.“

