VfL Wolfsburg im Pokal gegen Sechstligist Schönberg
Wolfsburg Das ist wirklich ein Duell David gegen Goliath: Der sechstklassige FC Schönberg 95 ermpfängt Erstligist VfL Wolfsburg in der 1. Runde des DFB-Pokals.
Einen Sechstligisten bekam Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg in der 1. Runde des DFB-Pokals zugelost. Der mecklenburgische Verbandsligist FC Schönberg 95 ist der erste Pflichtspiel-Gegner der „Wölfe“.
„Ich gehe davon aus, dass wir diesmal gewinnen und in die zweite Runde einziehen“, sagt Felix Magath. Der Trainer und Manager des VfL hat das Erstrunden-Aus in der vergangenen Saison beim Regionalligisten RB Leipzig (Endstand 2:3) bis heute offenbar nicht recht verwunden. „Da hatte ich mich sehr geärgert“, sagt Magath. „Ich hoffe, dass wir es nun besser machen.“
Das gut 4000 Einwohner zählende Schönberg liegt 15 Kilometer östlich von Lübeck. Seine Fußball-Mannschaft ist im DFB-Pokal kein Unbekannter. Bereits sechsmal zwischen 1999 und 2004 hatte sich der FC für die 1. Runde qualifiziert. Und schenkte Magaths Team schon einmal zwei Buden ein. 2001 gastierte der heutige VfL-Boss mit dem VfB Stuttgart dort. 2:0 führte der Außenseiter zur Pause, eine Sensation lag in der Luft. Eine Kabinenpredigt und 45 Minuten später hatte der VfB das Match gedreht – 4:2. Magath erinnert sich: „Die Schönberger waren seinerzeit sehr ambitioniert, wollten weiter nach oben.“
Mittlerweile ist Schönberg oberes Mittelfeld in der 6. Liga, beendete die Spielzeit als Fünfter. Am Samstagabend saß die Mannschaft laut Lokalpresse geschlossen in der Vereinsgaststätte und schaute die Auslosung an. Als die Paarung gezogen war, brach Jubel aus. Wieder ein Glückslos, wieder ein Bundesligist, wieder ein Meister“, wird Schönbergs sportlicher Leiter Sven Wittfot in den Lübecker Nachrichten zitiert. Interessant: Wittfot (2 Bundesliga-Spiele) trainierte von 1995 bis 1997 unter Magath beim Hamburger SV.
Offen ist noch, ob der FC im heimischen Jahn-Stadion antreten darf, das laut Klub-Homepage über 6000 Plätze verfügt. Im vergangenen Jahr hatte der mecklenburgische Pokalsieger SV Anker Wismar ins Lübecker Lohmühle-Stadion ausweichen müssen. Auch der genaue Spieltermin muss erst noch gefunden werden. Die Erstrunden-Spiele werden zwischen dem 17. und 20. August ausgetragen.
Bislang gelang den Schönbergern im DFB-Pokal noch keine Überraschung. In chronologischer Reihenfolge gab es Niederlagen gegen Waldhof Mannheim (0:3), Bayern München (0:4), Stuttgart (2:4), den Hamburger SV (0:6/HSV mit VfL-Co-Trainer Bernd Hollerbach), Mönchengladbach (0:3) und den 1. FC Kaiserslautern (0:15). Magath erwartet nun ebenfalls einen Pflichtsieg seines VfL. Denn: „Der Pokalsieg ist ein lohnendes Ziel.“ Schließlich ist es nach wie vor der schnellste Weg in den Europapokal. Und da wollen die Wolfsburger bekanntlich unbedingt hin.
