VfL-Stürmer Ivica Olic: Wir sind keine Mannschaft
Wolfsburg Sein Wort hat Gewicht. Ivica Olic ist der Routinier des VfL Wolfsburg, hat in seiner Karriere schon viel erreicht. Nun schlägt der Stürmer Alarm.
Das hatte sich Ivica Olic anders vorgestellt. In der vergangenen Saison spielte er noch mit Bayern München um die Meisterschaft. Nun steckt er mit dem VfL Wolfsburg im Abstiegskampf. Als erfahrener Spieler hat der Kroate aber erkannt, woran es dem Fußball-Bundesligisten mangelt.
„Wir sind keine Mannschaft. Wir haben einen guten Kader und sind in der Kabine ein Team, aber das haben wir leider bisher nicht auf dem Platz gezeigt“, spricht der 33-Jährige die Probleme des VfL offen und ehrlich an. Auch die Leistung des Teams gegen Schalke wäre für die eigenen Ansprüche deutlich zu wenig gewesen. „Wir hätten in der zweiten Hälfte gegen Schalke drei, vier Stück kassieren können. Das darf einer guten Mannschaft nicht passieren“, sagt Olic.
An dem Zusammenhalt im Team müsste in den nächsten Tagen bis zum Heimspiel gegen Freiburg am übernächsten Wochenende gearbeitet werden. Doch nicht nur daran – auch spielerisch, so Olic, würden die Wolfsburger bisher viel zu wenig zeigen. „Wir haben nicht nur zu wenige Tore geschossen, sondern uns auch zu wenige Chancen erspielt. Außer in der zweiten Hälfte gegen Mainz. Aber wir müssen uns jedes Spiel fünf, sechs Chancen erarbeiten, dann schießen wir auch zwei Tore“, sagt Olic, der neben Bas Dost bisher der einzige Wolfsburger Torschütze in dieser Saison ist.
Er sieht den VfL gleich vor einem Berg von Problemen stehen, die in den nächsten Wochen angegangen werden müssen. „Bisher gab es in dieser Saison nicht so viele positive Dinge bei uns, aber wir müssen nach vorne schauen und aus unseren Fehlern lernen“, gibt sich Olic kämpferisch. Ihm ist jedoch bewusst, dass die Verbesserungen bei den „Wölfen“ nicht mehr lange auf sich warten dürfen. „Gegen Freiburg brauchen wir drei Punkte, sonst sieht es schon sehr kritisch aus“, meint der Stürmer.
Er hofft, dass Felix Magath die richtigen Schritte einleiten wird, um den VfL wieder in die Erfolgsspur zu führen. „Für unseren Trainer ist das sicherlich keine schöne Situation. Er ist für alles verantwortlich. Aber er war schon in ähnlichen Situationen und weiß, wie man da wieder rauskommt“, ist sich Olic sicher. Er hätte in dieser Woche eigentlich zur kroatischen Nationalmannschaft reisen sollte, sagte den Trip wegen Achillessehnenproblemen aber ab. „Nach der englischen Woche hatte ich Beschwerden. Ich denke, dass es besser ist, dass ich in Wolfsburg geblieben bin und mich 100-prozentig auf den VfL konzentriere.“
