VfL besteht letzten Härtetest souverän
Wolfsburg Zum Abschluss der Vorbereitung besiegte der VfL Wolfsburg Zweitligist Hertha BSC mit 5:1.
Der VfL hat den letzten Härtetest vor dem Start in die Fußball-Bundesliga souverän gemeistert und dabei sogar auf einige Stammspieler verzichtet. Gegen Zweitligist und Aufstiegsaspirant Hertha BSC siegten die Wolfsburger am Samstag vor 4473 Zuschauern in der VW-Arena ungefährdet mit 5:1 (3:0).
Dieter Hecking hatte bei seinem ersten Auftritt als VfL-Trainer vor heimischem Publikum mit Ivica Olic, Fagner, Diego, Simon Kjaer und Jan Polak gleich fünf Spieler geschont, die am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr, VW-Arena) wohl zur Startelf gehören werden. Zudem fehlte Bas Dost, der wegen einer Adduktorenzerrung zuletzt nur eingeschränkt trainieren konnte.
In den ersten 15 Minuten hatten die „Wölfe“ noch Probleme mit den Berlinern, die forsch begannen, ohne jedoch zu entscheidenden Torchancen zu kommen. Effizient gingen dabei die Gastgeber zu Werke: Ivan Perisic traf früh aus 17 Metern zur Führung (4.). Dennoch meinte Manager Klaus Allofs: „Am Anfang hatten wir noch eine schwierige Phase gehabt. Aber dann haben wir zu unserem Spiel gefunden und die Dinge gezeigt, die wir trainiert haben.“
Nämlich aggressives Pressing, konzentrierte Defensivarbeit und offensiven und ansehnlichen Kombinationsfußball. Nach 15 Minuten hatten die Berliner nicht mehr viel zu bestellen. Der VfL kombinierte nach Belieben, suchte konsequent den Weg nach vorne und ließ der Hertha nicht den Hauch einer Chance.
„Ich fand es sehr bemerkenswert, dass die Mannschaft nach einer Viertelstunde den Zugriff gefunden und fantastische Tore geschossen hat“, freute sich Hecking nach seinem gelungenen Heim-Debüt. „Wir haben den Sieg in einer Art und Weise herausgespielt, die vorher so nicht zu erwarten gewesen war.“
Die Hertha präsentierte sich für einen Aufstiegskandidaten erschreckend schwach, harm- und ideenlos. Zwar fängt die 2. Liga erst zwei Wochen nach der Bundesliga wieder mit ihrem Spielbetrieb an. Doch so wenig Gegenwehr, wie die Berliner sie zeigten, überraschte dann doch. Allofs war es letztlich egal. „Natürlich ist Hertha etwas hinten dran, weil sie später startet. Aber dafür können wir nicht. Wir haben einfach auch stark gespielt. Das sah gut aus.“
Damit dürfte er auch den schön herausgespielten Treffer von Vieirinha meinen, der einen schönen Spielzug nach Vorlage von Makoto Hasebe mit einem strammen Schuss aus 18 Metern zum 2:0 vollendete (29.). Yohandry Orozco (34.), Thomas Kahlenberg (54.) und Robin Knoche (81.) brachten den VfL 5:0 in Führung, ehe Pierre-Michel Lasogga noch den Ehrentreffer für die Berliner besorgen konnte (88.).
Bei aller Freude über den starken Auftritt, trat VfL-Trainer Hecking dann aber doch noch auf die Euphoriebremse. „Ich erwarte, dass die Mannschaft jetzt nicht aufgrund der Vorbereitung locker lässt sondern heiß darauf ist, sich gegen Stuttgart zu beweisen und zu zeigen, dass sie auch in der Bundesliga eine gute Leistung zeigen kann.“
Die Anfangself für die Partie gegen Stuttgart nimmt derweil immer konkretere Formen an. Die besten Chancen auf einen Startelfplatz haben derzeit im Tor Diego Benaglio, Rechtsverteidiger Fagner, Simon Kjaer und Alexander Madlung in der Innenverteidigung, Jan Polak und Christian Träsch im defensiven Mittelfeld, Diego in der Zentrale, Ivica Olic im Sturm und Neuzugang Ivan Perisic auf einer der Außenbahnen.
Wo genau der Kroate spielen wird, und ob Vieirinha in der Startelf steht, hängt von der noch am härtesten umkämpften Position ab, der des Linksverteidigers. „Noch ist die Entscheidung zwischen Marcel Schäfer und Ricardo Rodriguez nicht gefallen“, sagte Hecking. „Eine der entscheidenden Fragen ist aber auch, ob wir mit beiden oder nur mit einem spielen.“
Zwei Möglichkeiten gibt es derzeit: Schäfer oder Rodriguez spielen, der andere muss auf die Bank. Oder: Schäfer spielt hinten links, der Schweizer beginnt dafür auf der linken Außenbahn. Dann würde Perisic auf der rechten Seite spielen, Vieirinha wäre draußen.
VfL Wolfsburg: Benaglio (46. Hitz) – Hasebe (70. Schulze), Naldo (65. Knoche), Lopes, Schäfer (46. Rodriguez) – Träsch (46. Medojevic), Josué – Vieirinha (65. Hasani), Perisic (46. Kahlenberg), Orozco (70. Klich) – Lakic (70. Jönsson).
Hertha BSC: Kraft (46. Burchert) – Ndjeng (67. Janker), Lustenberger (46. Franz), Brooks (46. Hubnik), Bastians – Niemeyer (46. Andrich), Kluge (46. Kobiaschwili) – Allagui, Mukhtar, Sahar (67. Knoll) – Wagner (67. Lasogga).



