VfL-Aufgalopp bei Wind und Regen
WolfsburgKurz vor 14 Uhr war es am Donnerstag so weit: Da betrat Dieter Hecking als neuer Hoffnungsträger des VfL Wolfsburg die Rasenplätze vor der VW-Arena zu seiner ersten Trainingseinheit mit dem Fußball-Bundesligisten.
Zahlreiche Fernsehteams und Fotografen begleiteten das Debüt des neuen Trainers – und etwa 100 Fans, die sich auch vom Nieselregen und stürmischen Winden nicht abschrecken ließen. Hecking nahm die suboptimalen Witterungsbedingungen bei seinem Start mit Humor. „Es ist regnerisch, stürmisch – so wie man das am ersten Tag haben will“, sagte er lakonisch.
Die erste Hecking-Einheit in Wolfsburg war wegen des für 18 Uhr angesetzten Abfluges aus Braunschweig in das Trainingslager in die Türkei eine kurze. Nach 75 Minuten mit Lauf- und Technikübungen sowie einem lockeren Trainingsspiel ging es für Spieler und Trainer auch schon wieder in die Kabine.
VfL-Manager Klaus Allofs wiegelte denn auch gleich ab als er gebeten wurde, Hecking mit seinen beiden Vorgängern Felix Magath und Lorenz-Günther Köstner zu vergleichen. „Ihn jetzt schon nach einem Tag einzuordnen, wäre zu früh. Er ist Dieter Hecking. Ich will ihn in keine Schublade stecken“, sagte er. „Er hat in den letzten Jahren sehr erfolgreich bei Mannschaften gearbeitet, die nicht immer die besten Voraussetzungen hatten. Hier wartet auf ihn eine andere Aufgabe, mit qualitativ besseren Spielern. Von daher glaube ich, dass er sehr gut hier hin passt.“
Dass die Spieler Probleme haben könnten, weil sie sich innerhalb einer Saison bereits an den dritten Cheftrainer und damit eine weitere Art der Ansprache gewöhnen müssen, glaubt Allofs nicht: „Das ist nicht so dramatisch. In erster Linie geht es darum, die Spieler für eine gemeinsame Sache zu begeistern, dass wir ein gemeinsames Ziel haben. Da sind diese Nuancen nicht entscheidend.“
Insgesamt war der Wolfsburger Macher mit der Debüt-Trainingseinheit seines neuen Trainers mehr als zufrieden. „Alle waren mit Begeisterung bei der Sache. Man merkt ihnen an, dass sie nach einigen Tagen Urlaub wieder richtig darauf brennen, Fußball spielen zu können. Wenn ein neuer Trainer da ist, möchte man einen guten Eindruck hinterlassen. Unter diesem Eindruck stand heute das leichte Training“, sagte Allofs.
Bei den Spielern kam der neue Chef jedenfalls schon einmal gut an. „Es ist zwar alles noch sehr frisch, aber der erste Eindruck ist sehr, sehr gut. Ich denke, das wird hervorragend passen“, sagte Kapitän Diego Benaglio. Besonders Heckings Art, mit der Mannschaft zu reden, beeindruckte den Schweizer Nationaltorhüter. „Er hat eine sehr klare Ansprache, trifft einen sehr guten Ton. Jeder weiß danach sofort, was von ihm verlangt wird.“
Zeit für Einzelgespräche hatte Hecking allerdings bislang kaum. „Der Tag hat auch für mich nur 24 Stunden. So viele Gespräche habe ich noch nicht geführt. Wichtig ist, dass die Mannschaft auf dem Platz das abruft, was ich sehen will. Im Trainingslager werde ich aber das ein oder andere Gespräch mehr führen“, sagte der 48-Jährige.
