VfL-Abwehrchef Naldo verteidigt zweisprachig
Wolfsburg Erst seit etwas mehr als drei Wochen gehört Naldo zum Kader des VfL Wolfsburg.
Doch der Brasilianer ist längst der heimliche Abwehr-Chef des Fußball-Bundesligisten – und ist dabei zweisprachig gefordert.
Mit Torwart Diego Benaglio, der einst beim portugiesischen Erstligisten Nacional Funchal spielte, und Rechtsverteidiger und Landsmann Fagner spricht Naldo portugiesisch. Bei Innenverteidiger-Kollege Emanuel Pogatetz und den Linksverteidigern Marcel Schäfer und Ricardo Rodriguez läuft die Kommunikation auf Deutsch.
Für Naldo ist das kein Problem, eher schon für Nebenmann Pogatetz. „,Emi’ versucht ständig, mit mir Englisch zu sprechen. Dabei funktioniert Deutsch bei mir besser“, sagt er und lacht. Denn mittlerweile geht der 29-Jährige bereits in sein achtes Jahr in Deutschland.
2005 wechselte er vom brasilianischen Erstligisten Esporte Clube Juventude nach Bremen in die Bundesliga, absolvierte für Werder 173 Ligaspiele, in denen er 22 Treffer erzielte. Mitte Juli wechselte er dann für rund fünf Millionen Euro zum VfL.
Zwar lief da in Wolfsburg schon seit zwei Wochen die Vorbereitung, doch einen Nachteil sieht Naldo dabei für sich nicht. „Ich habe im Urlaub in Brasilien etwas gemacht und war ja auch mit Werder schon im Trainingslager. Ich fühle mich sehr gut und fit.“ Und auch wenn er nach jedem Training seine Knie mit einem dicken Eisbeutel kühlt, besteht für die VfL-Fans kein Anlass zur Sorge, die alte Knieverletzung, die er sich 2010 zugezogen hatte, könnte wieder aufbrechen. „Dem Knie geht es sehr gut. Ich habe keinerlei Schmerzen. Das Eis ist eine reine Vorsichtsmaßnahme.“
Das Programm im Trainingslager zieht Naldo denn auch voll durch. In der Abwehr des VfL ist er längst eine gesetzte Größe. Auch wenn er der heimliche Abwehr-Chef ist, beansprucht er diese Rolle nicht öffentlich. „Da mache ich keinen Stress. Ich versuche einfach, der Mannschaft zu helfen“, sagt er.
Besonders Landsmann und Neuzugang Fagner hat er unter seine Fittiche genommen, mit ihm teilt er sich im Trainingslager auch ein Zimmer. „Ich versuche, ihm zu helfen, da er noch kein Deutsch spricht.“ Denn aus seiner eigenen Anfangszeit in Deutschland weiß Naldo, wie schwer ein Wechsel für einen brasilianischen Fußballer ist. „Es ist nicht einfach. In Brasilien wird längst nicht so hart trainiert wie in Deutschland.“
Dass er mit Fagner, Diego, Josué und Felipe Lopes eine große Brasilien-Fraktion um sich hat, freut ihn zwar, aber: „Es ist egal, ob Brasilianer oder Deutsche auf dem Platz stehen. Wichtig ist, dass sie der Mannschaft helfen. Deshalb müssen die elf Besten spielen.“ Denn das große Ziel des VfL ist, ganz oben mitzuspielen. „Wir haben eine gute Mannschaft und müssen jetzt in der Liga angreifen“, sagt Naldo und sieht seinen Verein auf einem guten Weg. „Wir müssen noch viel arbeiten. Aber am ersten Spieltag werden wir zu 100 Prozent da sein.“


