Verletzter Helmes hofft auf ein Comeback noch in diesem Jahr
Wolfsburg Nach dem Kreuzbandriss schien die Hinrunde für Patrick Helmes gelaufen. Doch nun hofft der Stürmer, noch 2012 sein Comeback feiern zu können.
Am 4. August zog sich Patrick Helmes einen Kreuzbandriss zu, die Hinrunde schien für den Stürmer gelaufen. Doch mittlerweile macht sich der 28-Jährige leise Hoffnungen, vielleicht doch noch in diesem Jahr wieder auf Torejagd gehen zu können.
Normalerweise rechnen Ärzte bei einer schweren Verletzung wie dieser, die sich Helmes im Testspiel des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg gegen Manchester City zugezogen hatte, mit einer Pause von rund sechs Monaten. In diesem Fall wäre erst mit einer Rückkehr in der Winterpause zu rechnen.
„Mir geht es gut. Ich bin zu diesem Zeitpunkt der Verletzung schon ziemlich weit“, sagt Helmes auf Nachfrage unserer Zeitung. Er hoffe, schnellstmöglich der Mannschaft helfen zu können. „Ich arbeite hart und viel an meiner Rückkehr. Wenn es vorher klappt, wäre es toll“, sagt er, bremst sich aber auch gleich selbst in seinem Optimismus. „Wenn nicht, warten wir eben bis zur Winterpause.“
Seine Reha absolviert er in seiner Geburtsstadt Köln, doch seit gut vier Wochen ist er auch für zwei Tage die Woche in Wolfsburg, um mit Reha-Trainer Oliver Mutschler zu trainieren. Mittlerweile stehen dabei schon die ersten Laufversuche an. „Das ist ein wichtiger Schritt. Ich bin nie gerne gelaufen“, sagt er und lacht. „Aber selbst ich freue mich jetzt darauf, laufen zu gehen.“
Denn der mit zwölf Toren in der Vorsaison mit Mario Mandzukic treffsicherste Wolfsburger will schnell wieder zurück auf den Platz, um seiner in die Krise geschlitterten Mannschaft zu helfen. „Es war natürlich kein guter Saisonstart. Ich hoffe aber, dass sich die Lage bald ändert und die Jungs wieder Selbstvertrauen kriegen und treffen.“
Dass sein Fehlen von vielen Fans als ein Grund für die Talfahrt angesehen wird und er mittlerweile in den Status eines Hoffnungsträgers gerückt wird, setzt Helmes dabei aber nicht zusätzlich unter Druck. „Ganz im Gegenteil, macht mich das sogar etwas stolz. Ich hatte in der Vorsaison eine schwere Phase, mich zurückgekämpft und dadurch bei den Fans hohes Ansehen gewonnen. Die Euphoriewelle hat mich dann auch getragen. Deshalb beflügelt mich so etwas eher.“
Bei den Fans hat er ohnehin einen Stein im Brett. Nicht nur, weil er in der Rückrunde der Torgarant des VfL war. Auch dass er sich beim vergangenen Heimspiel gegen Mainz in die Nordkurve unter die Anhänger mischte, brachte ihm ordentlich Pluspunkte ein. „Es war eine tolle Sache und total cool, mal diesen Schritt zurück nach oben auf die Ränge zu machen. Es ist bei mir ja schon ein paar Jahre her, dass ich in der Fankurve stand. Aber es ist ein interessanter Blick von da oben“, sagt er. Dennoch hofft er natürlich, dass diese Perspektive bald der Vergangenheit angehört. „Ich will mich schnell lieber wieder von den Jungs da oben anfeuern lassen.“
Helmes und der VfL – was vor einem Jahr noch wie ein großes Missverständnis wirkte, hat sich längst zu einer für beide Seiten ertragreichen Zusammenarbeit gewandelt. Möglicherweise nun sogar mit Zukunft über das bisher fixierte Vertragsende 2014 hinaus. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mich im Verein wohlfühle und mir auch eine Vertragsverlängerung vorstellen kann“, sagt Helmes.

