Träsch freut sich auf kleinen Neustart und hat wieder Spaß am Fußball
WolfsburgDas Spiel des VfL Wolfsburg gegen den VfB Stuttgart ist ein besonderes. Für den Fußball-Bundesligisten, weil der neue Trainer Dieter Hecking seine Pflichtspiel-Premiere auf der Wolfsburger Bank erlebt. Und für Christian Träsch, weil die Partie gegen seinen Ex-Verein ein Neustart in eine bessere Zeit bei den „Wölfen“ werden könnte.
Dabei mag der Mittelfeldspieler das Wort gar nicht so gerne für sich persönlich verwenden. „Neuanfang hört sich immer so hart an“, sagt er. Vielmehr sei es ein „kleiner Neuanfang“ für die gesamte Mannschaft, weil es das erste Spiel unter dem neuen Trainer sei.
Doch auch Träsch dürfte sich unter Hecking neue Hoffnungen machen, doch noch in Wolfsburg richtig durchzustarten. Im Sommer 2011 für rund neun Millionen Euro aus Stuttgart losgeeist und von Felix Magath zum Kapitän ernannt, konnte Träsch nur selten überzeugen, verlor im Sommer die Kapitänsbinde an Diego Benaglio und war in dieser Saison nur noch Reservist. Erst im letzten Pflichtspiel 2012 meldete sich der 25-Jährige eindrucksvoll zurück, leitete mit seinem Hammertor die Wende im Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen ein.
„Ich hatte mir das natürlich alles anders vorgestellt und habe auch andere Erwartungen an mich“, sagt Träsch. In der Vorbereitung kniete er sich deshalb auch richtig rein, überzeugte seinen Trainer und darf sich über öffentliches Lob von Hecking und einen Platz in der Startelf gegen Stuttgart freuen. „Das freut mich natürlich. Ich habe einfach versucht, im Training mein Können zu zeigen.“
Mit Erfolg, was auch an der Arbeit des neuen Trainers liegt. „Er macht einen positiven Eindruck, legt viel Wert auf Taktisches und unterbricht auch immer mal wieder die Trainingseinheiten, um uns seine Philosophie näher zu bringen. Wir spielen anders Fußball, sollen weniger lange Bälle spielen und Situationen spielerisch lösen. Es macht einfach Spaß.“
Den hatte er zwischenzeitlich etwas verloren. Doch aus der schweren Zeit, als die Kritik kübelweise auf ihn niederging, hat er etwas gelernt. „Ich habe früher den Fußballschmerz mit nach Hause genommen. Jetzt trenne ich jetzt Privates und Berufliches besser“, sagt er. Dem Stuttgart-Spiel fiebert er entgegen. „Endlich geht es los“, sagt er. Geschenke an seine alten Kollegen will er natürlich nicht verteilen. „Die drei Punkte müssen in Wolfsburg bleiben. Wir können nicht mit unserem Tabellenplatz zufrieden sein. Deshalb müssen wir schon das erste Spiel gut hinter uns bringen und gewinnen.“
Dass er dabei sogar von Beginn an helfen darf, liegt vor allem an der Rotsperre von Josué. Doch einen Kopf macht sich Träsch deshalb nicht, will seinen Platz im defensiven Mittelfeld durch gute Leistungen behaupten. „Ich empfinde keinen zusätzlichen Druck. Ich werde mein Bestes geben. Schlechter als im vergangenen Jahr kann es eh nicht mehr werden.“