Träsch: Das ist keine einfache Situation für mich
Wolfsburg Zwei Mal trat der VfL Wolfsburg in dieser Saison in der Fußball-Bundesliga an. Zwei Mal saß Christian Träsch 90 Minuten auf der Ersatzbank.
Der Ex-Kapitän hat seinen Stammplatz verloren, will aber weiter kämpfen. „Das ist für mich keine einfache Situation“, gibt der zehnfache deutsche Nationalspieler zu. „Aber in jeder Karriere gibt es Phasen, in denen es nicht so läuft. Ich darf jetzt nur nicht den Kopf hängen lassen, sondern muss im Training weiter Vollgas geben“, sagt Träsch. Allerdings macht er im Moment die Erfahrung, dass auch aller Einsatz manchmal nicht ausreichend ist. Mangelndes Engagement kann man dem teuersten Wolfsburger Neuzugang des vergangenen Sommers sicherlich nicht vorwerfen. „Ich habe im Training alles gegeben, aber der Trainer hat sich anders entschieden. Dann muss ich eben noch einmal eine Schippe drauflegen“, sagt Träsch.
Einen Nachteil für sich, dass der VfL in dieser Saison im 4-3-3-System agiert, sieht er jedenfalls nicht. „Ich denke schon, dass ich auch in diesem System spielen kann. Ich müsste mich nur etwas zurücknehmen und defensiver agieren“, meint der Mittelfeldspieler. In der vergangenen Saison hatte es Trainer Felix Magath mit ihm auf der Doppelsechs, als Rechtsverteidiger und rechts im Mittelfeld versucht – alles ohne langfristigen Erfolg. Dem Selbstvertrauen des 25-Jährigen hat das alles nicht gut getan. Selbst im Training wirkt der einstige Hoffnungsträger verunsichert. Mit Hilfe seiner Frau glaubt der Ex-Stuttgarter aber fest daran, dass er beim VfL die Kurve kriegt. „Sie ist mein erster Ansprechpartner und mein Rückhalt. Mit ihr spreche ich auch viel über meine Situation beim VfL.“
Die könnte sich für Träsch bald zum Guten wenden. Die 0:4-Niederlage gegen Hannover hat gezeigt, dass die „Wölfe“ im Mittelfeld nicht überragend besetzt sind. Vielleicht schlägt bereits in Augsburg wieder die Stunde des ehemaligen Spielführers.
Der sieht seine Wolfsburger aber trotz der Derby-Pleite auf einem sehr viel besseren Weg als in der vergangenen Saison. „Wir haben vor allem durch unsere Neuzugänge wie Naldo, Diego oder Bas Dost viel an Qualität gewonnen. Die Mannschaft ist reifer und erfahrener als im vergangenen Jahr“, sagt Träsch. Die Gefahr, dass sich das Auf und Ab der vorherigen Spielzeit wiederholt, sieht er deshalb nicht. Er würde sich aber wünschen, dass er zu einer Vorwärtsentwicklung des VfL auch endlich auf dem Platz seinen Beitrag leisten kann.

