Tor und Torvorlage – Diego beschert Hecking Top-Debüt
Wolfsburg Der Brasilianer war wieder einmal der Matchwinner des VfL Wolfsburg und sorgte fast im Alleingang für den geglückten Rückrundenauftakt.
Dank seines immer besser werdenden Regisseurs Diego startete der VfL Wolfsburg mit einem verdienten 2:0 (0:0)-Heimsieg über den VfB Stuttgart in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Der Brasilianer brachte die „Wölfe“ vor 24 125 Zuschauern in Führung und bereitete Alexander Madlungs Tor zum 2:0 vor.
So ermöglichte der Star und Topverdiener seinem Trainer Dieter Hecking eine gelungene Pflichtspiel-Premiere bei den „Wölfen“. Hecking bedankte sich bei ihm mit einer verbalen Bestätigung des kleinen Sonderstatus’. „Jeder in Wolfsburg weiß, was wir an Diego haben. Heute war er wichtig.“ Dabei ist Diego noch nicht einmal auf (Wohlfühl-)Temperatur. Bei -6 Grad Celsius tanzt es sich schwer Samba. Diego sagte grinsend: „Die Kälte macht das Fußballspielen im Moment anders. Das Ballgefühl fehlt etwas.“
Aber schon in der ersten Hälfte trieb er sein Team an, vorerst noch ohne Erfolg. Wie in der Vorbereitung ließ Hecking Ricardo Rodriguez im linken Mittelfeld ran. Der Schweizer fiel aber fast nur durch Ballverluste und Abspielfehler auf. Nicht nur deshalb hing die einzige Spitze, Ivica Olic, in der Luft. Hinten aber stand der VfL gut. Madlung kompensierte das Fehlen des gelbgesperrten Naldo. Die ohne den gesperrten Vedad Ibisevic spielenden Gäste waren vorne aber auch harmlos. Shinji Okazaki tat sich schwer in der Rolle des Mittelstürmers.
Der VfL-Trainer hatte hingegen noch Offensivkraft auf der Bank, brachte nach der Pause Bas Dost fürs Angriffszentrum. Rodriguez musste raus, für ihn rückte Ivica Olic wieder auf links. Allerdings fiel das Führungstor nach einer Einzelaktion. An der Mittellinie startete Diego einen Konter, schaute links, rechts, keiner frei. Da wich er seinen Bewachern aus und hielt aus 25 Metern drauf – 1:0 (51. Minute). Diego: „Ich habe auf Aktionen unserer Stürmer gewartet, am Ende aber selbst geschossen. Es war die richtige Entscheidung.“ VfB-Torwart Sven Ulreich sah unglücklich aus, meinte aber: „Der Ball sprang auf, ging an den Innenpfosten und rein. Kein Torwartfehler.“
Nach der Führung zogen sich die bis dahin dominierenden Grün-Weißen unverständlicherweise vorübergehend zurück. Nur gut, dass der VfL einen Diego hat. Eine Freistoßflanke zirkelte er auf Madlungs Kopf. Der unter Hecking aus der Versenkung aufgetauchte Innenverteidiger traf zum entscheidenden 2:0 (67.). Danach konnte Hecking den angeschlagenen und mäßig spielenden Neuzugang Ivan Perisic getrost auswechseln und schonen.
„Ich bin total glücklich. 2:0 gewonnen – und wir haben viel zu tun. Besser geht es nicht“, sagte VfL-Debütant Hecking augenzwinkernd und fügte an: „Es waren ein paar Sachen dabei, die mir nicht gefallen haben.“

