Sprechchöre der VfL-Fans findet Köstner „schön“
Wolfsburg Die Sprechchöre aus der Nordkurve waren unüberhörbar. Trainer Lorenz-Günther Köstner ist für die VfL-Fans der Held des Aufschwungs.
Der Interimstrainer von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg macht keinen Hehl daraus, dass ihm die Rufe nahe gehen. „Das ist selbstverständlich schön“, sagte Köstner ganz deutlich und ergänzte: „Das ist auch schön für die Mannschaft. Wir müssen noch zusammenwachsen, und das zeigt ihnen, dass ich kein Trainer von gestern bin, sondern einer von ihnen“, führte Köstner aus.
Es ist die Art des Fußballlehrers, die Sprechchöre der Fans nicht allein auf sich zu beziehen, sondern auch immer wieder das Team im Blick zu behalten. „Ohne die Mannschaft würde das nicht zustande kommen. Das war auch in meiner ersten Zeit als Cheftrainer so. Das ist eine Bestätigung für meine Arbeit“, so Köstner weiter.
Auch wenn gestern nur 7538 Zuschauer in der VW-Arena waren: Sie sind es, die zum harten Kern gehören. Und die Fans verehren Köstner. Auch in den Aussagen der Spieler klingt größter Respekt für den 60-Jährigen mit. „Er ist sehr deutlich und sagt mir, was er von mir verlangt“, sang Bas Dost Lobeshymnen auf Köstner. Auf eine Weiterverpflichtung des Trainers angesprochen, sagte er: „Er ist ein guter Mann. Aber ich weiß nicht, was Volkswagen will.“
Wie die Mannschaft und Köstner zusammen funktionieren, sahen VW-Chef Martin Winterkorn und Co. gestern live von der Tribüne. Zumindest eine baldige Vertragsverlängerung des am Saisonende auslaufenden Kontrakts sollte für die mächtigen Bosse des VfL auch bald auf der Tagesordnung stehen.
In seiner Spielanalyse lobte Köstner seine Mannschaft vor allem für die Geduld, die sie gegen die defensiv agierenden Frankfurter unter Beweis gestellt hat. „Es hat mir am meisten gefallen, dass die Mannschaft sehr geduldig war. Sie hat das hervorragend angenommen“, erläuterte Köstner und ergänzte: „Ich habe in der Halbzeit nochmals darauf hingewiesen, dass wir geduldig auf den entscheidenden Pass warten sollen, um dann vollstrecken zu können.“
Das hat geklappt. Diegos Tor ebnete den Weg ins Achtelfinale des DFB-Pokals. „Wir können jetzt nur auf Losglück hoffen“, sagte Köstner. Einen Wunschgegner hat er nicht. Er sagt nur: „Ein Heimspiel wünsche ich mir.“ Die nächste Pokalrunde findet am 18./19. Dezember statt. Bei einer erfolgreichen Bilanz kann sich Köstner gute Chancen ausrechnen, auch dann noch auf der Bank der VfL-Profis zu sitzen. Den Fans der „Wölfe“ würde das sicher gut gefallen.



