So will Magath beim VfL die Wende schaffen
Wolfsburg Felix Magath steht mit dem Rücken zur Wand. Aber er will um seinen Job kämpfen und hat noch Maßnahmen gegen die Krise.
Nachdem sein VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga auf den letzten Tabellenplatz abgestürzt ist, ist der Trainer und Manager massiv in der Kritik. Doch Magath gibt nicht auf. Er hat einen Plan, wie er mit seinem Team aus der Krise kommt.
•Selbstvertrauen schaffen: Bis auf wenige Ausnahmen (Diego Benaglio, Emanuel Pogatetz) sind die Wolfsburger Spieler komplett verunsichert. Die Niederlagen-Serie hat ihre Wirkung hinterlassen, außerdem haben die vielen taktischen und personellen Wechsel dem Selbstvertrauen geschadet. Das hat Magath erkannt. Er wird in dieser Woche deshalb viel Zeit mit Einzelgesprächen verbringen. „Wir müssen sehen, wie die Mannschaft mit der schwierigen Situation umgeht. Dazu sind Gespräche sehr wichtig. Ich muss die Spieler finden, die am stabilsten sind. Das wird in dieser Woche die Hauptaufgabe“, so Magath. Jetzt sei nicht entscheidend, wer der bessere Fußballer ist, sondern wer am befreitesten aufspielen kann. Vor allem einige junge Spieler wie Bas Dost und Ricardo Rodriguez zeigten sich zuletzt als Nervenbündel.
•Neue Teamstruktur aufbauen: Vor der Saison schätzte Magath sein Team falsch ein. Mit einem Brasilien-Block wollte er eine starke Bundesliga-Mannschaft aufbauen – ein Fehler, wie der Coach sich jetzt eingestehen muss. „Ich hatte gedacht, dass Naldo ein wichtiger Mann für uns ist, deshalb habe ich ihm vertraut. Es ist enttäuschend, wenn da nichts zurückkommt“, sagt der Trainer. Bei Diego sei der Fall ähnlich. „Ich habe sieben Spiele an ihm festgehalten. Er war bemüht und emsig, aber nicht effektiv genug“, erklärt Magath, warum der Spielmacher gegen Freiburg auf die Bank musste. An dieser Entscheidung wird Magath wohl festhalten. Er sieht den Brasilien-Block als nicht stark und nicht gewillt genug, das Team zu führen. Deshalb müssen es nun andere richten. „Wir müssen uns neu zusammentun und alle Kräfte bündeln“, sagt Magath.
•Torabschluss üben: Zwei Tore in acht Spielen sind eine bittere Bilanz für den VfL. Deshalb legt Magath in der täglichen Trainingsarbeit sein Hauptaugenmerk auf die Offensive. „Das Entscheidende war doch nicht, dass wir kein gutes Spiel gemacht haben, sondern dass wir keine Tore schießen. Auch gute Mannschaften spielen manchmal schlecht, treffen dann aber trotzdem“, sagt der Coach. Diese Fähigkeit würde seine Mannschaft in dieser Saison bisher nicht besitzen. Daran will er in den nächsten Tagen arbeiten.
•Eigeninitiative zulassen: Magath ist beim VfL der Boss, doch in dieser schwierigen Phase will er sich in einigen Situationen auch bewusst zurücknehmen. Die Mannschaft will in dieser Woche ohne Trainer eine Aussprache führen. Das gefällt Magath. „Ich habe bereits mit Diego Benaglio darüber gesprochen. Es ist wichtig, dass jetzt auch aus der Mannschaft eine Reaktion kommt“, findet der Coach die Krisensitzung ohne ihn gut.
