Schuster soll ab Januar übernehmen
WolfsburgDas Rätselraten in der Trainerfrage beim VfL Wolfsburg steht kurz vor der Auflösung. Bernd Schuster gilt seit gestern als heißester Trainerkandidat beim Fußball-Bundesligisten. Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner hielt nach dem erfolgreichen Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen bereits eine emotionale Abschiedsrede.
Nach Informationen der Bild-Zeitung soll es ein Treffen zwischen Schuster und Klaus Allofs gegeben haben. Der VfL-Manager wollte die Verpflichtung des ehemaligen Nationalspielers gestern auch auf mehrfache Nachfrage nicht kommentieren – dementierte sie aber auch nicht. Zu einem Treffen von VfL-Aufsichtsratsboss Francisco Javier Garcia Sanz mit Schuster sagte Allofs im Sky-Interview: „Ich glaube, dass sie irgendwann gesprochen haben, weil sie schon seit vielen Jahren bekannt sind. Aber das kann ich nicht nachprüfen.“ Nach dem Spiel konnte der Manager nicht viel mehr zur Aufklärung beitragen. „Das kann ich heute nicht beantworten. Wenn wir denken, es ist der richtige Moment etwas zu verkünden, dann werden wir es tun“, antwortete Allofs auf die Frage, wer künftig auf der Trainerbank des VfL sitzt. Auch VW-Boss Martin Winterkorn hielt sich anschließend bedeckt. „Ich äußere mich zum Trainer nicht. Das ist Aufgabe des Aufsichtsrates und des Managers. Aber gehen Sie davon aus, dass die Entscheidungen, die anstehen, richtig und zeitnah gefällt werden“, sagte Winterkorn.
Trotz des Versteckspiels der VfL-Verantwortlichen sieht es stark nach einem Engagement Schusters in Wolfsburg nach der Winterpause aus. Der ehemalige Coach von Real Madrid soll in den nächsten Tagen einen Vertrag bis 2015 bei den „Wölfen“ unterschreiben. Nach Informationen unserer Zeitung sind nur noch wenige Details zu klären. Der 52-Jährige soll schon 2009 und 2010 auf der VfL-Liste gestanden haben. Klappt’s im dritten Anlauf? Mit Allofs verbindet ihn jedenfalls eine gemeinsame Vergangenheit. Beide gewannen mit der deutschen Nationalmannschaft 1980 in Italien den EM-Titel.
Schuster genießt in Deutschland zwar nach wie vor einen guten Ruf. Als Trainer war er in seiner Heimat jedoch nur mäßig erfolgreich. Er coachte die Zweitligisten Fortuna Köln und 1. FC Köln. Die Bundesliga wäre Neuland für den „blonden Engel“. Erfolge feierte er dagegen in Spanien.
Wolfsburgs Interimstrainer Köstner scheint sich jedenfalls bereits mit einem Ende seiner Tätigkeit als Bundesliga-Coach abgefunden zu haben. Bei der Pressekonferenz nach dem Erreichen des Viertelfinales im DFB-Pokal hielt der 60-Jährige eine emotionale Rede, die ganz auf einen Abschied hindeutete. „Das war ein hervorragender Abschluss. Der VfL ist wieder gut gewappnet für die Rückrunde. Wir haben ein Fundament aufgebaut“, sagte Köstner mit Tränen in den Augen. Er wünschte danach frohe Weihnachten, dankte dem Aufsichtsrat des VfL für das ihm entgegengebrachte Vertrauen.
Vielmehr wollte er zu seiner offenen Zukunft aber nicht sagen. Nur so viel ließ er sich entlocken: „Ich habe beim VfL einen Vertrag bis 2013 für die U23. Doch solange ich nichts anderes gehört habe, bleibe ich Trainer der Bundesliga-Mannschaft“, sagte Köstner. Daran scheint er aber selber nicht mehr zu glauben. Heute wird es ein Treffen mit Allofs und der Mannschaft geben. Dort wird Allofs allen mitteilen, wie es in Zukunft beim VfL weitergeht. Für Köstner wird es wahrscheinlich der letzte Tag als Bundesliga-Trainer sein.


