Perisic braucht noch etwas Zeit
WolfsburgSo richtig zufrieden war Ivan Perisic dann doch nicht mit seinem ersten Auftritt im Dress des VfL Wolfsburg. „Es ist immer gut, wenn man das erste Spiel nach einer Pause gewinnt. Und ich bin glücklich, dass ich von Beginn an spielen durfte“, sagte der Kroate einen Tag nach dem 2:0-Sieg des Fußball-Bundesligisten gegen den VfB Stuttgart. „Aber wir haben nicht gut gespielt.“
Spielerisch überzeugte der VfL am Samstag tatsächlich nur selten im Eis-Kessel VW-Arena. Und auch Perisic zeigte bei seinem ersten Pflichtspiel für die Wolfsburger noch Abstimmungsprobleme mit seinen neuen Kollegen. „Das ist normal. Wir müssen sehen, wo wir die Fehler gemacht haben und daran arbeiten. Dann werden wir von Spiel zu Spiel besser“, ist er überzeugt.
Der 23-Jährige hatte allerdings nicht nur mit neuen Kollegen, sondern auch mit einer ungewohnten Position zu kämpfen. Statt wie in Dortmund gewohnt auf links, musste er auf der rechten Außenbahn ran. „Ich habe die letzten drei Jahre links gespielt. Es ist nicht so leicht, wenn man dann die Seite wechselt“, sagte er, gibt sich aber auch selbstbewusst. „Ich brauche ein bis zwei Spiele, um mich daran zu gewöhnen.“
Dass er, anders als in den Vorbereitungsspielen gegen Lüttich und Hertha BSC, bei seinem ersten Ligaspiel nur wenig glänzen konnte, wundert ihn nicht. „Die Spiele in der Vorbereitung sind etwas ganz anderes als Bundesliga-Spiele. Die Bundesliga ist etwas Besonderes. Wenn du da nicht 100 Prozent gibst, verlierst du“, sagte Perisic.
Für ihn war sein erster Auftritt in der VW-Arena nach 75 Minuten beendet. „Ich habe wegen Adduktorenbeschwerden von Montag bis Freitag nicht richtig trainieren können. Nach 70 Minuten habe ich die Belastung und Müdigkeit gespürt und um meine Auswechslung gebeten. Es war besser, kein Risiko zu gehen.“
Das sah sein Trainer ähnlich und kam der Bitte seines Top-Transfers gerne nach. „Wir wussten, 90 Minuten würde er noch nicht gehen können“, sagte Dieter Hecking, zeigte sich mit dem Auftritt der Offensivkraft aber insgesamt zufrieden. „Dass die Abläufe noch nicht 100-prozentig passen, ist normal.“
Auch Klaus Allofs bescheinigte dem Ex-Dortmunder, für den er etwa acht Millionen Euro an den BVB überwiesen hat, eine ordentliche erste Vorstellung. „Wie der Großteil der Mannschaft war er auch gut. Dass er seinen Rhythmus noch finden muss, ist klar. Durch ihn sind aber unsere Möglichkeiten gestiegen“, sagte der Manager.
Perisic soll und will helfen, den VfL wieder erfolgreich zu machen. Dass die erste Partie noch wenig glanzvoll gewonnen wurde, stört den Hoffnungsträger dabei nicht. „Wir wollten den Fans gegen Stuttgart zeigen, dass wir Fußball spielen können. In den nächsten Tagen werden wir unsere Fehler analysieren und daran arbeiten“, sagt er. Doch letztlich überwiege auch bei ihm das Positive: „Der Sieg ist wirklich gut für unser Selbstvertrauen und für die nächsten Spiele.“