Pannewitz kämpft um seine allerletzte Chance
Wolfsburg VfL-Neuzugang Kevin Pannewitz will es seinen Kritikern zeigen und legt deshalb 19 Tage vor dem offiziellen Trainingsstart los – mit einem Privatcoach.
„Ab Donnerstag arbeite ich mit einem Privattrainer und bereite mich auf den Trainingsstart am 2. Juli vor“, sagt Pannewitz im Gespräch mit unserer Zeitung. Derzeit plant er noch den Umzug nach Wolfsburg.
Der gebürtige Berliner weiß, was für ihn beim VfL auf dem Spiel steht. „Ich hatte sicherlich schon viele letzte Chancen. Aber das ist jetzt wirklich die allerletzte Chance im Profifußball für mich – und die beste, die ich je hatte.“ Denn der 20-Jährige, der seine Stärken im defensiven Mittelfeld hat, galt in Rostock nicht nur als großes Talent, sondern auch als größtes Sorgenkind und Skandalnudel des Vereins.
Gleich zweimal wurde er in der abgelaufenen Saison vorübergehend suspendiert. Erst schickte ihn Hansa-Trainer Peter Vollmann wegen Gewichtsproblemen, Undiszipliniertheiten außerhalb des Platzes und Unpünktlichkeit in die Reservemannschaft, dann traf ihn im März auch kurzzeitig der Bannstrahl von dessen Nachfolger Wolfgang Wolf. „Auf dem Trainingsplatz und im Spiel ist er 100 Prozent Profi, außerhalb des Trainingsgeländes eine Katastrophe. Er ist körperlich in so einer desolaten Verfassung“, urteilte der Ex-VfL-Trainer.
Über die Vergangenheit redet Pannewitz nicht gerne, in Rostock vermied er zuletzt Gespräche mit Journalisten. „Ich will nur Fußball spielen und mich darauf konzentrieren“, erklärt der 1,85 Meter große Mittelfeldspieler. „Wichtig ist, dass ich gute Leistungen auf dem Platz bringe.“
Dass er es kann, zeigte er im Mai beim Probetraining in Wolfsburg. „Ich denke, ich habe mich ordentlich präsentiert und in den Testspielen, bis auf eine Ausnahme, ganz gut gespielt.“ Trotz seines guten Bauchgefühls muss er sich aber dennoch immer wieder kneifen, dass es mit einem Vertrag geklappt hat. „Ich bin sehr froh und freue mich riesig. Ich kann es immer noch kaum glauben.“
Dem Trainingsstart in Wolfsburg fiebert er entgegen, Angst vor Felix Magaths harten Einheiten hat er nicht. „Es ist doch das Beste für einen Fußballer unter Felix Magath trainieren zu dürfen und so fit zu sein, dass man auch nach 120 Minuten noch volles Tempo gehen kann“, sagt er. Gespannt ist er dennoch: „Mal schauen, ob die Vorbereitung so hart wird, wie alle sagen.“



