Marcel Schäfer: Ein 0:0 ist nicht unser Anspruch
Wolfsburg Der VfL-Motor stotterte zuletzt etwas – auch in Augsburg. Marcel Schäfer sieht die Probleme, will sie aber nicht größer reden als sie sind.
Seit Ricardo Rodriguez beim VfL hinten links verteidigt, ist Marcel Schäfer seine Stammposition los. Zwar ist der 28-Jährige bei Wolfsburgs Fußball-Bundesligist weiter Stammspieler, doch seine Rolle im Mannschaftsgefüge ist offen.
Stuttgart und gegen Hannover 96 spielte Schäfer im zentralen Mittelfeld. Zumindest der Verlauf der zweiten Partie deutete aber an, dass der Linksfuß seine Stärken in der Doppelsechs nicht ausspielen kann. Doch auch in Augsburg, wo Schäfer im linken offensiven Mittelfeld agierte, war von seinen gefährlichen Flanken und seiner Dynamik wenig zu sehen. Einzelkritik will er aber nicht auf sich sitzenlassen. „Gegen Hannover haben wir alle nicht gut gespielt, nicht nur eine Person. Wir können alle noch zulegen“, verteidigt sich Schäfer.
Seinen Wechsel von der Abwehr ins Mittelfeld sieht er jedenfalls nicht als Problem an. „Die Positionen bin ich gewohnt. Das ist nichts Neues für mich. Auch die defensivere Rolle habe ich bereits in der Vorbereitung öfters gespielt“, sagt Schäfer. In den ersten beiden Pflichtspielen sah es auch nicht danach aus, als würde er in seiner neuen Rolle Schwierigkeiten bekommen. „Ich finde, ich hatte meinen Rhythmus. Im DFB-Pokal und gegen Stuttgart war das mehr als ordentlich.“
„Hannover war desolat“
Dennoch ist er als erfahrener Akteur davor gefeilt, die Situation schönzureden. „Wir haben aus drei Spielen vier Punkte geholt. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht zufriedenstellend. Vor allem über den Auftritt gegen Hannover brauchen wir nicht reden. Das war eine desolate Leistung“, so Schäfer. Er warnt aber genauso davor, nach zwei schwachen Spielen gleich wieder alles schlecht zu reden. Immerhin habe es nach dem Auftaktsieg gegen Stuttgart fast ausschließlich lobende Stimmen für die Wolfsburger gegeben, gibt er zu bedenken.
Diese sind nach der deftigen Derby-Pleite gegen Hannover aber verstummt. Auch der Auftritt in Augsburg hatte die Kritiker nicht besänftigt, obwohl es den Wolfsburgern gelang, auch das zweite Auswärtsspiel der Saison ohne Gegentor zu beenden. Schäfer sieht die Partie deshalb als Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Leistung des VfL nicht gerade eine Offenbarung war. „Ich denke im Vergleich zum Hannover-Spiel waren Einsatz und Kampf deutlich besser. Spielerisch wissen wir alle, dass wir noch zulegen müssen. Wir müssen uns gerade gegen Mannschaften wie Augsburg mehr Torchancen herausarbeiten. Das ist unser Anspruch“, sagt Schäfer. Auf der soliden Defensiv-Leistung ließe sich in den nächsten Wochen jedoch aufbauen. „Augsburg hat wenige Möglichkeit gehabt. Außer einem abgefälschten Schuss und ein paar Standardsituationen haben wir nichts zugelassen. Daran müssen wir anknüpfen“, fordert Schäfer. Er will dazu seinen Beitrag leisten – ob als Linksverteidiger oder im Mittelfeld.

