Magaths schwerer Weg aus der Krise
Wolfsburg Die WN-Analyse zeigt Gründe für die Krise der Magath-Elf auf.
Nur fünf Punkte aus sechs Spielen – schlechter als in diesem Jahr ist Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg zuletzt vor elf Jahren in eine Saison gestartet. Die WN-Analyse zeigt Gründe für die Krise der Magath-Elf auf.
Das neue System funktioniert nicht
Felix Magath lässt den VfL seit Saisonbeginn mit nur einer echten Spitze spielen. Doch bislang blieb die VfL-Offensive ein laues Lüftchen, erzielte nur zwei Treffer. Bas Dost und Ivica Olic, die sich im bisherigen Saisonverlauf als alleinige Spitze versuchen durften, hingen über weite Strecken in der Luft, wirkten wie Fremdkörper und wurden von ihren Mitspielern kaum einbezogen. Auch gegen Mainz begann der VfL mit einer Spitze und wurde erst im zweiten Durchgang gefährlicher, als Magath mit Dost einen zweiten Stürmer brachte. Dennoch steht für den VfL-Trainer noch nicht fest, ob er am Sonntag bei Schalke 04 von seiner bisherigen Taktik abweichen wird. „Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich bin noch dabei, das Mainz-Spiel zu verarbeiten“, sagte er am Montag.
Die Findungsphase dauert zu lange
Einzig die Defensive mit Torwart Diego Benaglio und der Viererkette in der Abwehr ist gesetzt. Im Mittelfeld und der Offensive ist Magath noch auf der Suche nach der Optimalbesetzung. Gegen Mainz begannen auf der wichtigen Doppelsechs Josué und Thomas Kahlenberg, es war die fünfte Variante auf dieser Position im sechsten Saisonspiel. Und auch auf den Außenbahnen gab es im sechsten Spiel die sechste Variante. „Mit Patrick Helmes und Vaclav Pilar fehlen uns zwei Spieler, die in der Offensive fest eingeplant waren“, weist Magath zwar zu Recht auf das Verletzungspech hin. Dennoch wurde, obwohl beide mit Kreuzbandrissen lange ausfallen, am letzten Tag der Transferperiode Ende August mit Ashkan Dejagah ein Offensiv-Leistungsträger der Vorsaison zum FC Fulham verkauft.
Der Kader ist in der Breite nicht gut genug aufgestellt
Als Magath Mario Mandzukic, mit Helmes bester VfL-Torschütze der Vorsaison, zum FC Bayern ziehen ließ, hielt er den Sturm mit Helmes, Dost, Pilar und Olic weiter für ausreichend besetzt. Doch auch nach den Verletzungen von Pilar und Helmes legte der Wolfsburger Boss im Angriff personell nicht nach. „Es ist einfach zu sagen, wir hätten noch kurz vor Ende der Transferperiode Ersatz holen sollen. Doch es muss dann auch von der Qualität passen, und das war nicht der Fall“, begründet Magath seine Entscheidung. Doch für Olic, der noch nie ein großer Torjäger war, und Dost, der sich an die Bundesliga erst gewöhnen muss, sind die Fußstapfen von Mandzukic und Helmes (noch) zu groß.
Die Personalpolitik sorgt für Unruhe
Magath hat es anders als in seiner ersten Amtszeit noch nicht geschafft eine Mannschaft zu formen, die für ihn durchs Feuer gehen würde. Vielmehr sorgte er mit seinen Personalentscheidungen für Verunsicherung und Angst im Kader. Patrick Ochs, Sotirios Kyrgiakos, Chris, Thomas Hitzlsperger, Hasan Salihamidzic, Giovanni Sio, Ibrahim Sissoko, Marco Russo, Felipe Lopes – die Liste der Spieler, die Magath in der vergangenen Saison holte, in höchsten Tönen lobte und dann fallenließ ist lang. Auch der als Neuzugang gleich zum Kapitän ernannte Neuzugang Christian Träsch fristet mittlerweile meist ein Reservistendasein. Zuletzt musste mit Marcel Schäfer ausgerechnet einer der wenigen verbliebenen Meisterspieler und Identifikationsfigur der Fans, die im Vorjahr noch unumstrittener Stammspieler war, auf die Bank.



