Magath sieht Olic auf dem Weg zum Fan-Liebling
Wolfsburg Erst seit 16 Tagen steht Ivica Olic beim VfL unter Vertrag. Doch für Felix Magath steht bereits fest: „Die Fans werden Ivica in ihr Herz schließen.“
Der allmächtige Mann des VfL kommt ins Schwärmen, wenn er auf den 32-jährigen Kroaten angesprochen wird. „Es ist sensationell, wie professionell Ivica arbeitet und sich selbst immer wieder fordert. Er ist ein Vorbild für die jungen Spieler und unbestritten schon jetzt ein Führungsspieler“, sagt Magath.
Im Trainingslager widerlegte der Kroate fürs Erste auch jene Kritiker, die an der Fitness des in den vergangenen Jahren von Verletzungen gebeutelten Offensivspielers zweifelten. Olic ließ, sehr zu Magaths Freude, keine Einheit aus: „Er ist mit Einsatzfreude vorangegangen. Ich habe ihn zwei, drei Mal gefragt, ob er mal eine Pause einlegen möchte. Aber er wollte immer spielen. Und dann hindere ich ihn auch nicht.“
Zwar sagt Olic selbst, dass er in den vergangenen Jahren noch nie so viel trainiert habe wie unter Magath. Freiwillig kürzertreten komme für ihn aber nicht infrage. „Ich habe in meiner Karriere immer schon Extraschichten geschoben. Ich hatte noch nie etwas gegen Training, war immer willig. Natürlich ist es anstrengend, aber ich bin nicht unglücklich darüber, denn ich weiß, dass ich am Ende optimal auf die Saison vorbereitet sein werde.“
Denn einen großen Wunsch hat der 78-malige kroatische Nationalspieler noch: „Ich hoffe, ich bleibe gesund und kann eine Saison ohne Verletzung zu Ende spielen.“ Das war ihm zuletzt nicht vergönnt. Wegen eines Außenmeniskus- und Knorpelschadens verpasste er einen Großteil der Saison 2010/11, und auch in der vergangenen Spielzeit setzte ihn zu Beginn ein Sehnenriss im Hüftbeuger für mehrere Monate außer Gefecht.
Die Zeit des Leidens hat der Stürmer, der ablösefrei von Bayern München zum VfL kam und dort bis 2014 unterschrieb, längst abgehakt. „An die Verletzungen denke ich nicht mehr. Ich habe bei den Bayern zwar nicht mehr so oft gespielt, war aber gesund“, sagt er.
Dabei helfen soll ihm seine Familie, sein großer Rückhalt. Das Haus in München will Familie Olic zwar behalten. Doch wenn in Bayern Ende Juli das Schuljahr endet, werden seine Frau Natalie, die Söhne Luca und Antonio (genannt Toni) sowie Töchterchen Lara nachkommen, und gemeinsam soll nach einem neuen Heim gesucht werden. Allerdings nicht wie zunächst spekuliert in Berlin, der Heimatstadt von Olic’ Frau. „Wir werden ganz sicher in Wolfsburg oder der näheren Umgebung wohnen“, stellt er klar.
Die Familie ist noch nicht da, Olic ist aber längst angekommen. „Er hat den erwartet professionellen Eindruck gemacht und ist bei den Mannschaftskameraden längst akzeptiert“, meint Magath. Befürchtungen, der Offensivmann könne in Wolfsburg ähnlich scheitern wie Thomas Hitzlsperger und Hasan Salihamidzic in der Vorsaison, teilt der Fußball-Lehrer nicht. „Er ist nach wie vor mit riesiger Einsatzfreude dabei. Wir haben einen echten Führungsspieler geholt, der, wenn es darauf ankommt, vorneweg marschieren wird.“
