Magath: Rückkehr in die Bundesliga möglich
Wolfsburg Felix Magath, Ex-Trainer des VfL Wolfsburg, kann sich eine schnelle Rückkehr in die Fußball-Bundesliga vorstellen. „Ich werde mich Anfang des Jahres entscheiden, wohin die Reise geht.“
Felix Magath droht mit seiner Rückkehr: Der in der Branche als „Quälix“
verspottete Trainer will seine erzwungene Auszeit spätestens zur kommenden
Saison beenden und kann sich auch wieder einen Job in der Fußball-Bundesliga
vorstellen. „Ich werde mich Anfang des Jahres entscheiden, wohin die Reise geht.
Es gab schon die eine oder andere Anfrage, aus der Bundesliga, dem Ausland, von
Nationalverbänden“, sagte der 59-Jährige der „Bild“-Zeitung (Dienstag).
Angesichts seines zuletzt arg ramponierten Rufs erscheint jedoch
zumindest fraglich, ob sich tatsächlich im deutschen Oberhaus wieder ein
Arbeitgeber für den zuletzt in Wolfsburg gefeuerten Magath findet.
Verwunderlich ist die Ankündigung auch, weil der Coach zu Beginn seines zweiten
VfL-Engagements erklärt hatte, dass dies sein letzter Bundesliga-Einsatz sei.
Der streitbare Fußball-Lehrer hatte Ende Oktober nach dem Absturz auf
den letzten Tabellenplatz seinen Platz als Cheftrainer und Geschäftsführer beim
VfL Wolfsburg räumen müssen. Der
einstige Meistercoach war in seiner zweiten Amtszeit in der Autostadt krachend
gescheitert, die Stimmung in Mannschaft und Umfeld hatte sich gegen ihn
gewendet.
Doch der frühere Nationalspieler ist weiterhin überzeugt von
seinen umstrittenen Methoden. „Ich habe gezeigt, dass ich mit meinen Werten und
meiner Arbeitsweise überall in der Bundesliga zu Hause und sehr erfolgreich
bin“, sagte Magath. Tatsächlich hatte er als Trainer unter anderem zweimal das
Double mit dem FC Bayern München gewonnen und auch Wolfsburg überraschend zur Meisterschaft
geführt.
Magaths Weg aber hatte zuletzt verstärkt Kritik
herausgefordert. „Ich glaube, dass bei Felix sehr oft die Grenzen total
überschritten wurden“, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß unlängst. „Es gibt
natürlich Methoden, Mannschaften und Spieler wie eine Zitrone auszupressen, bis
an die körperliche Grenze und darüber hinaus, dann hat man kurzfristig Erfolg“,
urteilte Hoeneß.
Magath konterte nun kühl: „Das ist doch langweilig.“
Schließlich habe ihn Hoeneß 2004 als Bayern-Manager unbedingt als Trainer
verpflichten wollen. „Meine Philosophie ist zeitlos. Ich stehe für ehrliche
Arbeit, Leistung und Erfolg.“
Aber nicht nur von den Bayern war Magath
im Unfrieden geschieden. Auch beim FC Schalke 04 hatte er am Ende seines Wirkens
jeglichen Kredit verspielt. In Wolfsburg hatte er das VfL-Team in drei
Transferperioden für rund 71 Millionen Euro umgebaut - ohne Erfolg. Noch immer
ist Magath indes „restlos überzeugt“, seine Politik sei richtig
gewesen.
Nun genieße er vorerst die unfreiwillige Pause, sagte er. „Es
ist einfach traumhaft, wieder ständig mit meiner Familie zusammen zu sein“,
erklärte Magath. Lange aber soll die Zeit in der Idylle nicht dauern. „Ich gehe
davon aus, dass ich spätestens im Sommer 2013 wieder arbeiten werde“, kündigte
Magath an. So mancher Fußballprofi könnte das als Drohung verstehen. dpa
