Magath lässt seine Spieler im Trainingslager leiden
Wolfsburg „Quälix“ hat wieder zugeschlagen. Mit einer intensiven Laufeinheit und einem Treppenlauf in Mürwik macht VfL-Coach Felix Magath seinem Ruf alle Ehre.
Der dritte Tag im Trainingslager in Glücksburg wird den VfL-Spielern noch länger in den Knochen stecken. Wie am Donnerstag, war auch Freitag die Nacht für die VfL-Profis um 7 Uhr beendet. Eine halbe Stunde später stand bereits die erste Horror-Einheit des Tages auf dem Programm: Nach kurzem Aufwärmspielchen waren 52 Minuten lang Intervallläufe ohne Pause angesagt. Besonders hart: Alle zehn Minuten wurden die Zeiträume zwischen angezogenem und lockerem Lauf erhöht. Am Ende musste eine Minute am Stück im selben Tempo gelaufen werden.
Für manchen VfL-Profi war das zu viel. Neuzugang Bas Dost zollte der ungewohnten Belastung früh Tribut und viel schnell zurück. Am Ende wurde der Niederländer vom Rest der Truppe sogar noch überholt. Das Schicksal teilte er mit Rückkehrer Sotirios Kyrgiakos, Diego Benaglio und Marco Russ. Ganz anders Marcel Schäfer und Christian Träsch: Der Ex-Kapitän und sein Nachfolger liefen beständig vorne weg, gefolgt von Marwin Hitz, Patrick Helmes und Robin Knoche.
Ausruhen durften sich die Wolfsburger nach dieser knüppelharten Einheit allerdings nicht lange. Gut zwei Stunden später ging es zur Kraft- und Willensübung auf die steile Treppe der Leiden in der Marineschule Mürwick in Flensburg. Den wunderschönen Ausblick auf die Ostsee und die imposanten Backsteingebäude der Offiziersschule oberhalb der Treppe konnten die VfL-Profis nicht genießen. 78 Minuten scheuchte Fitnesscoach Werner Leuthard sie die 70 Stufen rauf und wieder runter, ließ sie auf einem Bein hochspringen und einen Mannschaftskollegen huckepack die Treppe hinauftragen.
Besonders positiv: Keiner brach die Übung ab, alle zogen voll mit und ließen sich wie Michael Schulze auch von kleinen Stolperern nicht stoppen. Auch wenn es sicherlich nicht zu ihren Lieblingsaufgaben gehört, nahmen die VfL-Kicker die Konditions- und Krafteinheiten klaglos hin, feuerten sich sogar immer gegenseitig an, pushten sich. „Solche Einheiten und das Anfeuern sind wichtig für das Teamgefüge“, sagt Stürmer Patrick Helmes, „Jeder kann stolz darauf sein, dass er die Einheit durchgezogen hat. So etwas schweißt die Mannschaft zusammen“, meint er. Mit dieser Meinung steht er nicht allein. Auch wenn es für Marco Russ der bislang „härteste Tag im Trainingslager“ war, hat der Innenverteidiger den Humor nicht verloren. „Ich fand die Treppe nicht so schlimm wie die Laufeinheit. Ich bin halt eher der Treppen-Typ als ein Läufer-Typ“, sagt Russ.



