Magath kündigte Kooperationsvertrag mit Hertha Zehlendorf
Wolfsburg Aus Wut über seinen Vorgänger Dieter Hoeneß soll der Ex-VfL-Boss die Zusammenarbeit mit dem Berliner Sechstligisten beendet haben.
Es gab in der zweiten Amtszeit von Felix Magath beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg einige Entscheidungen des Trainers und Geschäftsführers in Personalunion, die Außenstehende nur schwer nachvollziehen konnten. Eine der kuriosesten ist jedoch die vorzeitige Beendigung der Nachwuchs-Kooperation mit dem Berliner Traditionsverein Hertha 03 Zehlendorf.
Nach WN-Informationen soll Magath als eine seiner letzten Amtshandlungen vor seinem Rauswurf am 25. Oktober das Aus für die Zusammenarbeit mit den Berlinern entschieden und durchgesetzt haben. „Es stimmt, dass die Kooperation mit Hertha Zehlendorf auf Wunsch von Herrn Magath beendet wurde“, sagt VfL-Finanz-Geschäftsführer Wolfgang Hotze auf Nachfrage unserer Zeitung. Als offizielle Begründung für seine Entscheidung gab Magath gegenüber seinen Geschäftsführer-Kollegen an, dass die Partnerschaft nicht den von ihm gewünschten Erfolg gebracht habe und die Investition nicht lohnen würde.
Im März 2010 war die Zusammenarbeit mit den Berlinern unter dem damaligen VfL-Manager Dieter Hoeneß beschlossen worden. Ziel war es, „in der Nachwuchsförderung neue Regionen zu erschließen und somit unser Einzugsgebiet Schritt für Schritt zu erweitern“, wie der damalige Wolfsburger Nachwuchs-Leiter Jens Todt sagte. 100 000 Euro kassierte der Sechstligist aus Zehlendorf pro Jahr, die Zusammenarbeit sollte bis Mitte 2013 laufen.
Der wahre Grund für das vorzeitige Aus soll aber weniger bei Hertha Zehlendorf liegen, sondern persönlicher Natur sein. Aus VfL-Kreisen heißt es, dass Magath, der überall Feinde und Kritiker witterte, stocksauer auf seinen Vorgänger Dieter Hoeneß gewesen war, weil dieser bei VW-Boss Martin Winterkorn Stimmung gegen Magath gemacht haben soll. Weil bei Hertha Zehlendorf Hoeneß-Filius Sebastian als A-Jugend-Trainer tätig ist, habe Magath mit der Aufkündigung der Nachwuchs-Kooperation seinem Vorgänger indirekt eins auswischen wollen.
Für eine Stellungnahme war Magath am Dienstag nicht zu erreichen. Aus Berliner Kreisen heißt es, dass Zehlendorf zwar durchaus noch an einer Wiederaufnahme und Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem VfL interessiert sei, aber auch Gespräche mit einem lukrativen Ersatzverein führe.



