Magath eröffnet Kampf um den Posten des VfL-Abwehrchefs
Wolfsburg Wolfsburgs Trainer Felix Magath macht seinen Spielern vor der Partie gegen den SC Freiburg Druck. Das bekommt nun der Brasilianer Naldo zu spüren.
„Ich hatte gedacht, dass Naldo ein Toptransfer war. Jeder hat angenommen, dass ein Spieler, der bereits sieben Jahre in der Bundesliga gespielt hat, keine Umstellungsprobleme hat. Doch die hat Naldo. Er ist nicht fehlerfrei und Fehler führen zu Spielverlusten“, geht Magath mit seinem Abwehrchef hart ins Gericht.
Naldo bildete bisher in allen sieben Liga-Spielen mit Emanuel Pogatetz ein Innenverteidiger-Duo. Diese Zusammenstellung hörte sich vor dem Saisonstart nach einer fast unüberwindbaren Abwehr-Mauer an. Nach sieben Spielen muss man aber feststellen, dass die Hintermannschaft des VfL eher einem Schweizer Käse gleicht. Die Spieler von Hannover, Bayern München und Schalke 04 fanden mit Leichtigkeit die Lücken in der Wolfsburger Abwehr. Selbst gegen eine spielerische limitierte Mannschaft wie Mainz 05 kassierten die „Wölfe“ zwei Gegentore.
Daran hat Naldo sicherlich nicht die alleinige Schuld. Doch der für vier Millionen Euro aus Bremen geholte Innenverteidiger kann die an ihn gesteckten hohen Erwartungen bisher nicht erfüllen. Sein Nebenmann Pogatetz macht trotz des unglücklichen Eigentores gegen Fürth eine etwas bessere Figur. Warum Naldo in so einem Formtief steckt, kann Magath nicht erklären. „Es gab mit Naldo schon das eine oder andere Gespräch“, sagt Magath. Doch auch der Spieler sei ratlos.
Deshalb könnte nun sogar ein Wechsel in der Wolfsburger Innenverteidigung stattfinden. Mit Felipe Lopes hat ein zuletzt gar nicht berücksichtigter Abwehrmann den Anschluss geschafft. Der 25-Jährige war in der vergangenen Rückrunde Abwehrchef beim VfL, wurde durch einige Verletzungen in der Vorbereitung aber zurückgeworfen. Gegen Schalke wechselte Magath Lopes zum ersten Mal in dieser Saison ein. Und dann gibt es noch Simon Kjaer. Der Däne spielt in der Nationalmannschaft konstant gut, kam beim VfL bisher aber nur im Mittelfeld zum Einsatz.
Noch hat Magath seinen „Top-Transfer“ Naldo aber nicht abgeschrieben. „Er war einer der besten Spieler in der Bundesliga und hat oft genug seine Klasse nachgewiesen. Ich habe die Gewissheit, dass er noch ein wichtiger Mann für uns wird und dass er in Zukunft unsere Abwehr stabilisieren wird“, sagt Magath. Sollte es dafür nötig sein, dem Brasilianer einen Denkzettel zu verpassen, wird der Trainer das tun.


