Lakic-Abgang wird zur Hängepartie
Wolfsburg Frankfurt will den Stürmer, der VfL würde ihn ziehen lassen. Doch erst einmal müssen die Hessen Spieler verkaufen und Lakic auf Gehalt verzichten.
Dass am Montagmittag bereits vermeldet wurde, der Wechsel von VfL-Stürmer Srdjan Lakic zum Fußball-Bundesliga-Konkurrenten Eintracht Frankfurt sei so gut wie perfekt, wunderte Heribert Bruchhagen dann doch sehr. „Da ist alles noch offen“, sagte der Eintracht-Boss auf Nachfrage unserer Zeitung.
Das Interesse der Frankfurter am Wolfsburger Stürmer ist bekannt, zudem dürften auch die Wolfsburger dem Kroaten keine Steine mehr in den Weg legen. Denn Lakic enttäuschte in den Vorbereitungsspielen auf ganzer Linie, konnte weder bei seinem 90-Minuten-Einsatz gegen Bremen in Belek, noch in den 70 Minuten, die er gegen Hertha BSC ran durfte, auch nur ansatzweise überzeugen.
Wolfsburg und Frankfurt sollen sich über die Wechselkonditionen weitestgehend verständigt haben. Doch fraglich ist, ob Lakic dem Wechsel überhaupt zustimmen wird, müsste er doch dafür erst einmal eine deutliche Gehaltseinbuße akzeptieren.
Nach einer am Montag im „Spiegel“ veröffentlichten Gehaltsliste verdient der 29-Jährige 2,6 Millionen Euro brutto pro Jahr bei den „Wölfen“. Viel zu viel für die Hessen, die ordentlich wirtschaften, finanziell aber nicht auf Rosen gebettet sind. Und selbst wenn Lakic sich mit der Gehaltseinbuße anfreunden könnte, ist noch eine weitere Hürde zu bewältigen, bevor der Transfer perfekt gemacht werden kann. „Lakic wird erst ein Thema, wenn wir Spieler verkauft haben“, so Bruchhagen. Erster Verkaufs-Kandidat ist der kanadische Stürmer Rob Friend.
Einer würde sich bei der Eintracht besonders über die Verpflichtung von Lakic freuen: Marco Russ. „Lakic wäre auf jeden Fall eine Verstärkung für das Team“, sagte der Innenverteidiger, der erst in der vergangenen Woche vom VfL bis zum Saisonende nach Frankfurt verliehen wurde.
Beim Rückrundenauftakt der Hessen am Samstag in Leverkusen hat Russ seinen Platz in der Abwehrzentrale erst einmal sicher. Eintracht-Trainer Armin Veh hält große Stücke auf den 27-Jährigen. „Es macht mir hier riesig Spaß. Es ist immer schön, wenn man einen Trainer hat, der hinter dir steht“, freut sich Russ über die in Wolfsburg zuletzt nur selten erfahrene Wertschätzung.
