Köstner warnt vor verfrühter Europapokal- Euphorie
Wolfsburg Der VfL hat die Abstiegszone vorerst verlassen, kann sogar schon Richtung Europapokalplätze schielen. Doch Interimstrainer Köstner mahnt.
Den Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga genießt Lorenz-Köstner derzeit, steht doch der VfL Wolfsburg erstmals seit dem 30. September nicht mehr auf einem Abstiegs- oder Relegationsplatz. „Das ist sehr schön und freut mich für alle VfL-Fans, die Mannschaft und den gesamten Verein“, sagt der Interimstrainer. Drei Punkte haben die Wolfsburger durch den 3:1-Auswärtserfolg bei 1899 Hoffenheim zwischen sich und Rang 16 gebracht –und drei Punkte sind es mittlerweile auch nur noch zu einem Platz, der zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigen würde.
Dass da schon die ersten Europapokalträume in Wolfsburg blühen, nimmt Köstner zur Kenntnis. Doch der erfahrene Coach warnt dabei vor verfrühter Euphorie. Denn auch beim zweiten Sieg in Folge leisteten sich seine Spieler wie schon in der Woche zuvor gegen Leverkusen eine Schwächphase. „Die Ballverluste haben uns zu schaffen gemacht. Das war zu wenig, da haben wir nicht den letzten Einsatz gezeigt“, so Köstner.
Hoffenheimer Abschlussschwäche und ein überragender Diego Benaglio im VfL-Tor sorgten dafür, dass der Wolfsburger Sieg nicht doch noch wackelte. „Aber wir dürfen unser Glück auch nicht überstrapazieren. Auch wenn die Jungs den Sieg natürlich insgesamt verdient haben“, sagt Köstner.
Der Interimstrainer beschäftigt sich denn auch weniger mit etwaigen Europapokalteilnahmen, sondern hat vielmehr die nahende englische Woche mit Spielen gegen Werder Bremen, bei Borussia Mönchengladbach und gegen den Hamburger SV im Blick. „Das sind drei echte Kracher“, sagt er, fragt aber auch durchaus selbstbewusst: „Warum sollten wir uns nicht mindestens sechs oder sieben Punkte aus diesen Spielen zutrauen?“
Geht der Plan auf, würde es auch Köstners Chancen auf einen dauerhaften Verbleib bei den Profis erhöhen. Nach Informationen unserer Zeitung steht die Trainerfrage für die VfL-Verantwortlichen derzeit nicht oben auf der Prioritätenliste. Kommt jetzt kein Einbruch, geht es erstmal mit Köstner weiter.
Ein Sieg gegen Bremen am Samstag (15.30 Uhr) wäre dabei schon mal ein guter Start. Doch Köstner ist gewarnt: Bei seinem letzten Einsatz als Interimstrainer setzte es für den VfL am 17. April 2010 nach einer 2:1-Halbzeitführung noch eine 2:4-Heimpleite. „Und das trotz unserer Warnung in der Pause. Das sollte uns dieses Mal nicht passieren“, sagt er.
