Köstner übernimmt für Niederlage die Verantwortung
Wolfsburg Nach dem 0:2 gegen Frankfurt sorgte VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner für Unruhe. Er übernahm die Verantwortung, forderte Klarheit für die Zukunft.
Es hatte keiner gefragt. Weder nach seiner Zukunft, noch nach seiner Mitschuld an der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt. Trotzdem ging Lorenz-Günther Köstner nach der 0:2-Pleite seines VfL Wolfsburg im letzten Punktspiel des Jahres in die Offensive. „Ich nehme die Niederlage auf meine Kappe“, sagte der Coach in der Pressekonferenz und forderte gleichzeitig Klarheit in eigener Sache.
„Ich habe die Mannschaft vom letzten Tabellenplatz geführt. Wenn man der Meinung ist, dass es jetzt nicht mehr reicht, soll man mir das schnell sagen“, erklärte der Trainer. Das verstanden viele Journalisten als klare Aufforderungen an die VfL-Macher um Manager Klaus Allofs, die offene Zukunft Köstners zu klären. Dieser hat beim VfL einen Vertrag bis zum Sommer – für die zweite Mannschaft. Wie lange der Ausflug zum Bundesliga-Team noch dauern soll, ist weiter offen.
Wer Köstner genauer kennt, weiß aber, dass Forderungen nicht seine Sache sind. Er hat nun bereits zum zweiten Mal als Interimstrainer die Zügel beim VfL übernommen, will sich auch diesmal wieder ohne Murren in die zweite Reihe einordnen. Doch der nicht gerade als wortgewandter Übungsleiter bekannte Coach tut sich mit seiner ungewissen Zukunft immer schwerer. Auf der einen Seite ist der 60-Jährige in alle Vorbereitungen auf die Rückrunde involviert. Andererseits wusste er bis gestern noch nicht, ob er selber überhaupt mit ins Trainingslager nach Belek in die Türkei (3. bis 11. Januar) fliegt. Auch ein Gespräch mit Allofs, wie es nach dem Spiel im DFB-Pokal am Mittwoch gegen Leverkusen weitergehen soll, ist noch nicht terminiert. Verständlich, dass sich Köstner Klarheit wünscht, auch im Interesse der Mannschaft.
Vor die hat er sich am Samstag gestellt, indem er die Verantwortung für die Niederlage übernahm. „Ich habe die Mannschaft nicht gut vorbereitet. Bei Standardsituationen haben wir nicht gut gestanden. Wir haben zwar vor Alexander Meier gewarnt, aber anscheinend hat das nicht gereicht“, stellte Köstner seine eigene Autorität innerhalb des VfL-Teams infrage.
Ob der Trainer nach dem Leverkusen-Spiel seine verbalen Vorstöße bereut? Nach der Partie werden Allofs und Co. jedenfalls eine Entscheidung fällen müssen, wie es in der Trainerfrage weitergeht. Durch Köstners Aussagen sah sich der Manager aber nicht zusätzlich unter Druck gesetzt. „Was unmittelbar nach dem Spiel geredet wird, darf man nicht zu ernst nehmen. Ich bin ganz entspannt, da gibt es keine Probleme zwischen uns“, sagte er gestern der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Eine klare Aussage zur Zukunft seines Trainer ließ er sich aber erneut nicht entlocken. Das Rätselraten geht weiter.


