Köstner drückt Hecking die Daumen
Wolfsburg Der bisherige Interimstrainer des VfL wünscht seinem Nachfolger einen erfolgreichen Start auf der Wolfsburger Bank.
Die Weihnachtstage verbrachte Lorenz-Günther Köstner in seiner Heimat in seinem Haus nahe des baden-württembergischen Winnenden. Der ehemalige Interims- und künftig wieder U23-Trainer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg nutzte die Zeit, um sich mit Freunden und Verwandten zu treffen –und um die turbulenten Wochen seit seiner Amtsübernahme Ende Oktober zu verarbeiten.
Wenn ihn die Entscheidung der VfL-Bosse, nicht mit ihm auf der Bank der Profis weiterzumachen getroffen haben sollte, lässt er sich nach außen nichts anmerken, nimmt es professionell hin. „Es war vorher so abgesprochen, dass ich die Mannschaft nach der Entlassung von Felix Magath erst einmal übernehme. Uns war von Beginn an klar, dass ein neuer Trainer kommen würde.“
Mit uns meint er sich, seinen Co-Trainer Alexander Strehmel und den sportlichen Leiter der U23 Pablo Thiam, die ihn bei den Profis unterstützt haben. Auf ihre gemeinsame Leistung ist Köstner stolz. „Wir haben die Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz übernommen. Es war uns klar, dass wir da erst einmal kämpferisch rauskommen müssen“, sagt er und fügt mit Blick auf den aktuellen 15. Platz und 14 Punkten aus neun Spielen unter seiner Regie hinzu: „Ich denke, es ist uns gelungen, die Mannschaft zu stabilisieren.“
Doch Köstner wäre nicht Köstner, wäre er hundertprozentig zufrieden. „Drei Punkte mehr hätten es schon sein können“, meint er und denkt dabei vor allem an die Heimspiele gegen Werder Bremen und den Hamburger SV, bei denen es nur zu einem 1:1 reichte, und das 0:2 im letzten Hinrundenspiel gegen Frankfurt.
Auf zweierlei ist der 60-Jährige dennoch besonders stolz. „Diego ist aufgeblüht, Marcel Schäfer und Simon Kjaer haben wieder in die Spur gefunden und Bas Dost trifft“, sagt er. Und: „Es ist schön, dass wir das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht haben. Das war mir ein besonderes Bedürfnis, denn VW ist in diesem Wettbewerb ja der Hauptsponsor.“
Dass nun Dieter Hecking seine Arbeit auf der Trainerbank fortführen wird, stört ihn nicht. „Ich drücke Dieter einfach die Daumen, dass er hier gleich erfolgreich startet und es von Anfang an gut läuft. Wir haben uns früher ausgetauscht und werden es auch weiterhin tun.“
Auch wenn er nicht mehr bei den Profis ist, startet Köstner mit seiner U23 ebenfalls am 3. Januar in die Rückrunden-Vorbereitung. Los gehen soll es um 14 Uhr. Und auch ins Trainingslager nach Belek wird er mit seiner Mannschaft fahren –allerdings erst eine Woche nach der Hecking-Truppe am 18. Januar.

