Köstner: Die Spieler sind willig
Wolfsburg Am Samstag steht wieder der Fußball im Vordergrund.
Beim VfL Wolfsburg muss nach einer turbulenten Woche mit der Entlassung von Felix Magath die Rückkehr zum Alltagsgeschäft gelingen. Das besteht aus dem Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga.
Bei Fortuna Düsseldorf (Samstag, 15.30 Uhr) brauchen die „Wölfe“ nach vier Niederlagen in Folge endlich wieder einen Sieg. Nur so ließe sich die positive Stimmung, die sich nach der Übernahme der Traineraufgaben durch Lorenz-Günther Köstner eingestellt hat, in die nächste Woche mitnehmen. Dann stehen mit einem Pokalspiel gegen Zweitligist Frankfurt und einem weiteren Auswärtsspiel in Nürnberg die nächsten schweren Aufgaben an.
Eines hat Köstner jedenfalls schon einmal geschafft. Zuversicht und Selbstvertrauen sind beim VfL gestiegen. Der Coach redet viel, versucht in der wenigen Vorbereitungszeit, die ihm blieb, einfache Dinge umzusetzen. „Die Spieler sollten Augen und Ohren offenhalten, was man ihnen mitgeben will. Sie sind willig, aber auf dem Platz ist es etwas Anderes, wenn es sich um einen richtigen Wettkampf handelt“, sagt Köstner. Bereits sein Vorgänger hatte dem Team regelmäßig gute Trainingsleistungen bescheinigt, die anschließend im Spiel aber nie bestätigt werden konnten.
Beim Abschlusstraining in Düsseldorf ließ Köstner gestern intensiv Flanken und Standards üben. Auffällig: Im Wechsel mit Diego schlug Makoto Hasebe die Ecken. Magath hatte den Japaner in dieser Saison gar nicht berücksichtigt. Wahrscheinlich wird der VfL in Düsseldorf im Spiel 1 nach Magath mit der Startelf antreten, die sich bereits am Donnerstag im ersten Training von Köstner abzeichnete. Die Viererkette wird aus den Brasilianern Naldo und Fágner sowie Simon Kjaer und Marcel Schäfer bestehen. Hier könnte es einen echten Härtefall geben. Emanuel Pogatetz, bisher noch einer der besseren Wolfsburger in dieser Saison, droht ein Platz auf der Bank. Allerdings hängte sich der Österreicher gestern erneut voll rein, überzeugte vor allem mit seiner Kopfballstärke. Vielleicht konnte er Köstner damit noch umstimmen.
Im Mittelfeld wird Diego wohl von den Defensiv-Leuten Josué, Jan Polak und Makoto Hasebe abgeschirmt. Der Brasilianer, unter Magath zuletzt ebenfalls draußen, soll wieder eine entscheidende Rolle im VfL-Spiel einnehmen. „Er ist ein guter Spieler. Es reicht aus, dass er für die Mannschaft seine Stärken einbringt. Dazu braucht er aber auch seine Mitspieler“, gewährt Köstner dem Spielmacher eine besondere Stellung zu. Gleichzeitig mahnt er den Mittelfeldspieler: „Er muss seine Wasserträger akzeptieren, die für ihn die Drecksarbeit machen. Wenn das gegenseitig der Fall ist, kommt auch Diegos Qualität zum Tragen“, ist sich Köstner sicher. Er weiß, dass er einen Spieler wie Diego braucht, um mit dem VfL die Wende zu schaffen. Kampf ist heute beim VfL die Basis, aber nicht alles.



