Jetzt beginnt Allofs’ Arbeit erst richtig
Wolfsburg Klaus Allofs hat beim VfL viel Arbeit vor sich. Mit Beginn der Transferphase kann er den Kader der Wolfsburger umgestalten.
Heute kehrt Klaus Allofs aus seinem Kurz-Urlaub in Italien zurück nach Wolfsburg. Nach den stressigen Tagen rund um Weihnachten, in denen der Manager des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg die Verpflichtung des neuen Trainers Dieter Hecking perfekt machte, hatte er sich etwas Erholung verdient. Doch nun beginnt die Arbeit für Allofs eigentlich erst richtig. Mit dem Beginn der Transferperiode kann er sich an die Aufarbeitung des schwierigen Erbes von Felix Magath machen.
Der ehemalige Wolfsburger Fußball-Boss hat in Personalunion als Manager und Trainer eine desaströse Bilanz hinterlassen. War die erste Amtszeit Magaths beim VfL noch von einigen Transfercoups und vor allem dem Gewinn der Meisterschaft gekrönt, fehlte in der zweiten Ära der Erfolg auf dem Platz wie auf dem Transfermarkt völlig. Zieht man die eigenen Jugendspieler ab, die Magath mit einem Profi-Vertrag ausstattete, gab der Ex-Manager in drei Wechselperioden geschätzte 67,2 Millionen Euro für 26 neue Spieler aus – da kann im gleichen Zeitraum nur Rekordmeister Bayern München mithalten. Der FCB gab etwa 110 Millionen Euro aus. Selbst wenn beim VfL geschätzte Einnahmen von 32,3 Millionen Euro abgezogen werden, bleibt unter dem Strich ein deutliches Minus von 34,9 Millionen Euro.
Da wäre nicht einmal das große Problem, doch Magath hat seinen Nachfolgern weder eine gute sportliche Ausgangslage noch einen optimalen Kader hinterlassen. „Unser Kader ist definitiv etwas zu groß“, musste Allofs bereits kurz nach seiner Ankunft in Wolfsburg feststellen. Außerdem hat der neue Manager registriert, dass es trotz der Anzahl von 35 gestandenen Profis etliche allenfalls durchschnittlich besetzte Positionen gibt. So bemüht sich Allofs intensiv um die Verpflichtungen eines offensiven Außenspielers, auch zentrale Mittelfeldspieler befinden sich auf der Liste des Geschäftsführers Sport. Innenverteidiger dagegen nicht. „Es reicht ein Blick auf unseren Kader, um festzustellen, dass wir da eher nichts machen“, sagte Allofs bei der Vorstellung Heckings. Sieben gelernte Innenverteidiger stehen auf der Wolfsburger Gehaltsliste. Hinzu kommt Eigengewächs Robin Knoche, der auch im defensiven Mittelfeld spielen kann. Deshalb sind Marco Russ, Felipe Lopes und Alexander Madlung die ersten Wechselkandidaten, beileibe aber nicht die Einzigen.
Auffällig ist, wie wenig Substanz Magath trotz seines Kaufrausches Allofs hinterlassen hat. Zuletzt standen nur vier (Bas Dost, Fagner, Ivica Olic und Naldo) seiner 26 geholten Spieler in der Wolfsburger Startelf. Der Rest ist entweder bereits wieder verkauft, ausgeliehen oder hat sich mit seiner Reservistenrolle abgefunden. Es wird keine leichte Aufgabe für Allofs, viel Geld für den nötigen Kaderumbau einzunehmen.
