„In letzter Zeit hat man über Wolfsburg nur noch gespottet“
Wolfsburg Der Start von Lorenz-Günther Köstner als Interimstrainer des VfL ist gelungen. Nun will er im Pokalspiel am Mittwoch nachlegen.
Mit dem Sieg bei Fortuna Düsseldorf hat Lorenz-Günther Köstner mit dem VfL Wolfsburg den ersten Schritt aus der Krise getan. Nun will der Interimstrainer mit dem Fußball-Bundesligisten am Mittwoch (20.30 Uhr) im Pokal-Heimspiel gegen den FSV Frankfurt nachlegen.
Die VfL-Pressekonferenz war am Montagmittag fast vorbei, als sich Köstner in Rage redete. „Vor Jahren hat man den VfL noch respektiert und aus sportlichen Gründen Angst gehabt, hierher zu fahren. In letzter Zeit hat man über Wolfsburg nur noch gespottet, die hätten da Millionen verbrannt“, legte der 60-Jährige los. Seine Mission als Interimstrainer sehe er darin, „das wieder auf die Reihe zu bringen. Man soll wieder mit Respekt vom VfL reden. Das hat die Stadt und der Verein, und haben besonders die Fans verdient.“
Da man sich Respekt vor allem durch sportliche Erfolge und weniger dank kostspieliger Transfers erarbeitet, nimmt für Köstner das Pokalspiel gegen Zweitligist Frankfurt eine ganz besondere Rolle ein. „Das Wichtigste ist, dass wir eine Runde weiterkommen. Denn der Pokal ist der kürzeste Weg nach Europa.“
Anders als Vorgänger Felix Magath, der in jedem Spiel eine neue Formation auf den Platz schickte, wird Köstner morgen gegen Frankfurt der siegreichen Elf vom Düsseldorf-Spiel erneut die Chance zur Bewährung geben. „Bis jetzt gibt es keinen Grund, die Startelf zu ändern“, sagte Köstner, der mehr auf Konstanz als auf Rotation setzt. „Ich möchte eine Mannschaft finden, die so oft wie möglich zusammenspielt, damit die Mechanismen besser greifen.“ Das bedeute aber nicht, dass für Spieler wie Vieirinha oder Emanuel Pogatetz, die in Düsseldorf zuschauen mussten, die Tür zu ist. „Sie müssen anfangen zu beißen und zeigen, dass sie auch noch da sind.“
Von denen, die am Mittwoch von Beginn an spielen werden, erwartet Köstner volle Konzentration. „Das ist ein Alles-oder-nichts-Spiel. Die Mannschaft soll einfach rausgehen, mit dem Rückenwind aus der erfolgreichen Düsseldorf-Partie ihr Spiel machen und hundertprozentigen Einsatz zeigen. Dann stehen auch die Fans hinter uns.“ Hinter Köstner stehen die VfL-Anhänger schon längst. Viele würden es gerne sehen, wenn aus dem Interims- der neue Cheftrainer werden würde. Doch der so Gelobte wiegelte ab: „Es ist doch klar, dass Bundesligatrainer der geilste Job der Welt ist. Aber ich fordere nichts.“
Immerhin: Nach Informationen unserer Zeitung geht die Tendenz beim VfL-Aufsichtsrat derzeit eindeutig dahin, dass Köstner auch nach der englischen Woche auf der Wolfsburger Bank sitzt.
