Helmes versteht Bremser Hecking
Wolfsburg Nach seiner schweren Knie-Verletzung ist der VfL-Stürmer heiß auf seine Rückkehr. Doch er muss sich noch gedulden.
Die wichtigste Nachricht zuerst: „Meinem Knie geht es sehr gut“, sagt Patrick Helmes. Anfang August hatte sich der Stürmer des VfL Wolfsburg im Freundschaftsspiel gegen Manchester City das Kreuzband gerissen. Seit Anfang des Jahres kann er wieder größtenteils mit der Mannschaft trainieren und brennt darauf, wieder auf Torejagd gehen zu können. Doch noch bremst Dieter Hecking seinen Angreifer.
„Wir wollen nichts überstürzen“, wiederholt der Trainer des Fußball-Bundesligisten seit Tagen mantraartig. Daran ändert auch die Verletzung von Stürmer Bas Dost nichts, der im Trainingslager im türkischen Belek wegen einer Adduktorenzerrung kaum trainieren konnte und erst heute wieder richtig ins Mannschaftstraining einsteigen soll. Hecking möchte eine Folgeverletzung bei Helmes vermeiden, gibt ihm die Zeit, erst hundertprozentig fit zu werden.
Auch wenn es ihn auf das Spielfeld zurückdrängt, versteht Helmes die Sorge seines Chefs. „Der Trainer ist vorsichtig, und das ist auch richtig. Auch wenn ich natürlich am liebsten sofort auf dem Platz stehen würde“, sagt der 28-Jährige. „Es geht bei mir jetzt Schritt für Schritt in die richtige Richtung. So wie es jetzt läuft, ist es der beste Weg.“
Der Rückrundenstart des VfL steht zwar unmittelbar bevor, doch Helmes macht sich keinen Druck. „Es kommt mir nicht darauf an, beim 1. Spieltag dabei zu sein. Mein Ziel ist es, im Februar wieder bei 100 Prozent zu sein. Da will ich so fit sein, um direkt reinkommen zu können.“ Klar sei es hart, den Kollegen bei den Testspielen oder beim Rückrundenauftakt gegen Stuttgart nur zusehen zu können, gibt Helmes zu. „Aber immerhin kann ich mittlerweile schon Teile des Mannschaftstrainings mitmachen. Das entschädigt schon etwas dafür.“
Er ist auf einem guten Weg, sein Knie braucht derzeit dennoch immer mal wieder nach stärkerer Belastung eine Ruhepause von ein bis zwei Tagen. Zudem absolviert er mit Reha-Trainer Oliver Mutschler auch immer noch individuelle Einheiten. „Aber in spätestens zwei Wochen will ich auch wieder voll in die Zweikämpfe gehen“, sagt Helmes.
Seit Anfang 2011 spielt der gebürtige Kölner beim VfL. Hecking ist nach Steve McClaren, Pierre Littbarski, Felix Magath und Lorenz-Günther Köstner sein fünfter Trainer in Wolfsburg. Die ersten Eindrücke sind äußerst positiv. „Man sieht, dass uns Spielern das Training Spaß macht. Auch wenn es anstrengend ist, weil wir Pressing spielen. Aber Dieter Hecking ist sehr menschlich, redet viel mit den Spielern und gibt jedem das Gefühl, dabei zu sein“, lobt Helmes und meint: „Wir sind auf einem guten Weg.“



