Heimsieg wäre das nächste Signal
WolfsburgWürde es in der Tabelle der Fußball-Bundesliga nur nach Punkten aus Auswärtsspielen gehen, stünde der VfL Wolfsburg super da. Aus neun Partien in der Ferne holten die „Wölfe“ 13 Zähler, nur der VfB Stuttgart (14) und Tabellenführer Bayern München (22) waren auswärts erfolgreicher. Da könnte man es fast ein bisschen schade finden, dass die Wolfsburger die Punktspiel-Hinrunde am Samstag (15.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt beenden.
In der heimischen VW-Arena fällt die bisherige Bilanz nämlich ernüchternd aus. Da hat auch der leichte Aufwärtstrend unter Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner wenig geändert. Sechs Punkte aus sieben Spielen holte der VfL zu Hause, nur Schlusslicht Greuther Fürth war mit zwei Zählern noch schwächer. „Wir sind zu Anfang nicht in die Saison reingekommen und haben deshalb vor allem in Heimspielen etwas verkrampft gespielt“, versucht sich Köstner mit einer Erklärung. „Auswärts sind wir gut organisiert, weil wir das Spiel nicht machen müssen“, fügt er hinzu.
Doch die Wolfsburger wollen sich mit der Heimschwäche nicht mehr länger abfinden. Gegen Werder Bremen und den Hamburger SV verpassten sie zuletzt zwar einen Sieg, holten aber jeweils immerhin einen Rückstand auf. „Das war vor ein paar Wochen auch noch anders. Die Mannschaft ist insgesamt stabiler geworden“, sagt Köstner, der das VfL-Bundesliga-Team aller Voraussicht nach auch im Januar als Cheftrainer betreuen wird.
Ein Heimsieg gegen Frankfurt soll seine positive Bilanz als Interimscoach in diesem Jahr nun abrunden und den Schlussstrich unter eine turbulente Hinrunde setzen, die mit dem Rauswurf Felix Magaths ihren negativen Höhepunkt hatte. „Wer hätte gedacht, dass dieses Erdbeben in Wolfsburg stattfindet“, fragte Köstner bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in die Journalisten-Runde. „Es war eine turbulente Hinrunde, aber die Stimmung hat sich gedreht“, meint er.
Dafür sind er mit seinem Trainerteam, die Spieler und auch der neue Manager Klaus Allofs verantwortlich. Der erhofft sich gegen Frankfurt ebenfalls ein Erfolgserlebnis, das die VfL-Fans nach dem Auf und Ab der vergangenen Monate versöhnlich stimmt. „Ein Sieg wäre nicht nur wichtig für unser Punktekonto“, sagt er, sondern auch ein weiteres Signal für den Aufschwung des VfL.
Doch auch die Gäste wollen am Samstag eine für sie außergewöhnliche Hinrunde mit einem Sieg beenden. „Die Frankfurter waren teilweise die Überflieger der Vorrunde und haben begeisternden Fußball gespielt“, sagt Köstner. Er schätzt das Eintracht-Team als lauf- und spielstarke Mannschaft ein, die ihr Glück vor allem in der Offensive sucht. „Die Frankfurter haben bereits 31 Tore geschossen, aber auch schon 27 kassiert. So ist ihr Spiel“, warnt er. „Wir sind gut beraten, Frankfurt einen großen Kampf zu bieten“, sagt Köstner. Gut, dass seine Mannschaft in Dortmund bewiesen hat, dass sie dazu in der Lage ist. Nur in einem Heimspiel muss das jetzt auch mal klappen.
