Hecking: Es gibt noch viel zu tun
Wolfsburg Der neue VfL-Trainer verfällt nach dem Auftaktsieg nicht in blinde Euphorie, sondern sieht noch viele Baustellen.
Für den Perfektionisten Dieter Hecking war der 2:0-Sieg des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten gegen den VfB Stuttgart kein Grund, fröhlich oder gar euphorisch durch die Gegend zu laufen. „Das Schönste an dem Spiel ist, dass wir gewonnen haben und dennoch noch sehr viel zu tun haben. Das ist das Beste, was einem Trainer passieren kann“, sagte der neue VfL-Coach nach seiner erfolgreichen Liga-Premiere auf der Bank der „Wölfe“.
Das Ergebnis stimmte, die Spielweise war dagegen noch weit von dem entfernt, was sich die VfL-Verantwortlichen für die Zukunft erhoffen. „Das war noch nicht das, was wir uns vorstellen. Ich war nicht zufrieden, wie wir gespielt haben“, sagte Hecking. Nach dem Geschmack des 48-Jährigen kam der finale Pass in der Offensive zu selten an, in der Abwehr wurde vor allem im zweiten Durchgang zu nachlässig agiert: „Im ersten Durchgang haben wir viel zu verhalten agiert. Nach der Pause waren wir aktiver, auch bei der Arbeit gegen den Ball. Aber es ist ein glücklicher Sieg, weil Stuttgart nahe an einem Treffer dran war.“
Auch wenn letztlich der VfL als Sieger vom Platz ging, zeigte sich Hecking mit den zweiten 45 Minuten trotz der beiden Treffer vom Offensivspiel seiner Mannschaft enttäuscht. „Die 2. Halbzeit war nicht die bessere. Nur von den Toren her die erfolgreichere.“
Bezeichnend dafür war der Auftritt von Ivica Olic. Der Kroate begann auf seiner Wunschposition in der zentralen Spitze, blieb blass und agierte nach der Pause und der Hereinnahme von Bas Dost zumeist auf der linken Außenbahn – zum Ärger seines Trainers. „Ivica sollte die Rolle ein bisschen anders interpretieren. Er sollte zwar auch nicht als zweite Spitze agieren, sondern zwischen Antonio Rüdiger und Serdar Tasci spielen, so dass keiner weiß, wer ihn aufnehmen soll. Das hat er zum Teil gut gemacht, es geht noch besser“, so Hecking.
Das gilt jedoch nicht nur für Olic, sondern für die gesamte Mannschaft. Hecking überrascht das freilich nicht. „Das ist alles normal, wenn man als Mannschaft die dritte Ansprache innerhalb einer Saison bekommt“, sagte der Nachfolger von Felix Magath und Lorenz-Günther Köstner. „Wir können Dinge in der Trainingswoche ansprechen, die wir besser machen müssen. Und auch das Selbstvertrauen wird durch den Sieg sicher noch besser werden.“
